Trends & Märkte

Fleischverzehr gesunken

Pro Kopf im Mittel 60,4 Kilogramm nachgefragt


München (age). Die Bundesbürger haben im vergangenen Jahr den Pro-Kopf-Verzehr an Fleisch gegenüber der Menge von 2005 insgesamt leicht eingeschränkt.

Wie der Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV), Manfred Rycken, vor Journalisten in München berichtete, betrug der auf den menschlichen Konsum bezogene Fleischverbrauch pro Kopf der Bevölkerung in Deutschland 2006 im Schnitt 60,4 kg; das waren 500 g weniger als im Jahr zuvor. Maßgeblich hierfür war der Rückgang des Geflügelfleischverzehrs je Einwohner von zuvor 10,5 kg auf 10 kg, den der DFV-Präsident auf die Vogelgrippe zurückführte. Der Verbrauch von Schweinefleisch lag mit durchschnittlich 39,4 kg pro Kopf um 0,1 kg unter dem Niveau von 2005. Erneut gestiegen ist im Jahresvergleich die Nachfrage nach Rind- und Kalbfleisch, und zwar je Bundesbürger laut Angaben von Rycken um weitere 100 g auf 8,8 kg. Der mittlere Pro-Kopf-Konsum von Lamm- und Schaffleisch blieb mit 700 g stabil.

Wie der DFV-Präsident außerdem mitteilte, konnte das Fleischerhandwerk im Jahresverlauf 2006 eine deutlich wachsende Qualitätsorientierung der Haushalte beobachten. „Dies spüren wir bei unseren Wirtschaftsdaten, aber auch daran, dass viele Mitbewerber verstärkt versuchen, mit den typischen Stärken des Fleisch-Fachgeschäfts wie Vielfalt, Regionalität und auch Beratung beim Verbraucher zu punkten“, sagte Rycken. Laut Angaben des DFV-Präsidenten konnte das Fleischerhandwerk in Deutschland im Jahr 2006 einen Gesamtumsatz von 17,18 Mrd. Euro erwirtschaften, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 545 Mio Euro oder 3,3 Prozent bedeutete. Dies habe sich auch auf die Ertragslage ausgewirkt, stellte Rycken fest. Nach einem guten Jahresbeginn habe allerdings ab Beginn des zweiten Quartals eine rasante Verteuerung bei den Rohstoffen zu deutlichen Ertragseinbußen geführt. Diese Entwicklung habe bis zum Spätsommer 2006 nachgewirkt, da die höheren Rohstoffkosten aufgrund des herrschenden Preiswettbewerbes nur in geringem Umfang und mit einiger Verzögerung auf die Ladenpreise hätten umgelegt werden können. Entspannung habe dann das letzte Quartal gebracht, das von fallenden Rohstoffpreisen und einer gleichzeitig regen Nachfrage sowie entsprechenden Umsätzen geprägt gewesen sei. Ein mittelgroßes Fleischer-Fachgeschäft in der Umsatzgröße zwischen 500.000 Euro und 750.000 Euro habe 2006 einen Gewinn von 6,5 Prozent vor Steuern erzielt, berichtete der DFV-Präsident.

Wie Rycken weiter ausführte, war das deutsche Fleischerhandwerk Ende 2006 bundesweit mit insgesamt 27.871 Verkaufsstellen am Markt präsent, darunter mit 17.138 eigenständigen Meisterbetrieben und 10.733 fleischerhandwerklichen Filialen.


Artikel vom 29.03.2007
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