Markt & Meinung
Feng Shui statt Kung Fu

Seit es den Point of Sale (POS) gibt – und das sind doch jetzt auch schon ein paar Jahre – wird an ihm herumgedoktert. Licht, Sicht, Farbe, Gestaltung und das Sortiment sollen ein verkaufsförderndes Zusammenspiel bieten. Sollen Leute locken, die vor Begeisterung mit Geld um sich werfen – im Optimalfall. Hier gibt es zahlreiche, recht unterschiedliche und unterschiedlich gelungene Entwürfe. Fragen Sie ihren Ladenbauer oder ihren Betriebsberater. Die Rede ist von mehr oder weniger umsatzsteigerndem Ambiente. Dazu gehört aber auch das überaus gut gelaunte und zuvorkommende Verkaufspersonal. Denn der Ton macht die Musik. Und die Musik kann für gute Stimmung sorgen. Kurz, es geht auch darum, den Kunden ein Wohlfühlambiente zu bieten. Das war schon in der Steinzeit so, dass man sich relativ schnell vom Acker gemacht hat, wenn das Ambiente quasi nach Keule gerochen hat, die man über die Rübe zu bekommen drohte. Im Umkehrschluss: Wo ich mich wohl fühle, bin ich auch bereit, mich länger aufzuhalten, näher zu treten und die Lage nach brauchbaren Nahrungsmitteln zu sondieren. Wenn ich dann nicht gleich auf die Flossen bekomme, greife ich zu. Na ja, Direkten Verteilungs- und Nahkampf um Nahrungsmittel gibt es bei uns zum Glück nicht mehr so oft. Heute heißt es Feng Shui statt Kung Fu. Heute geht es darum, dass die Kunden sich bei uns wohler fühlen als bei den Marktbegleitern. Denn in der Zeit, in der sie bei uns auf der Pirsch sind, können sie im Laden des Mitbewerbers keinen Fehlkauf machen. Das ist wahrer Kundenservice. Mit einem dezenten Hinweis darauf, dass der Konkurrent ein Verwandter von Oliver Kahn ist, könnten Sie ihren Verkaufsraum sogar als Hort der Sicherheit und der Zuflucht weiter aufwerten. Aber aufgepasst, das Wohlfühlambiente darf sich für Sie nicht ins Unerträgliche steigern. Denn auch bei Feng Shui geht es um Diridari. Und damit das Geld vermehrt in der Kasse landet, sollten Sie dort einen Spiegel deponieren. Hokuspokus am Point of Sale? Könnte man meinen. Aber probieren Sie es doch aus! Reinald Wolf
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