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Farbpunkte werden bevorzugt

Konsumenten würden die Ampelkennzeichnung von Nahrungsmitteln begrüßen


Berlin (age). Hinsichtlich der Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel ist Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer erneut in Bedrängnis. Eine von seinem Haus in Auftrag gegebene Umfrage des Marktforschungsunternehmens Infratest dimap belegt, dass Verbraucher eine „Ampelkennzeichnung“ von verpackten Lebensmitteln mehrheitlich begrüßen würden. Dabei würden ähnlich einer Ampel auf der Verpackung Nährwertangaben entsprechend einem hohen, mittleren oder niedrigen Gehalt mit roten, gelben oder grünen Punkten unterlegt. Die Ergebnisse der Studie wurden vorab von der Verbraucherschutzorganisation foodwatch veröffentlicht (Grafik). Daraus geht ferner hervor, dass die Befragten Angaben, die auf 100g bezogen sind, anstelle von Portionsaussagen bevorzugen. Foodwatch befürchtet eine schlechtere Vergleichbarkeit von Produkten, wenn Angaben pro Portion gemacht werden. Unternehmen könnten die Portionsgröße darüber hinaus willkürlich festlegen und den Nährwert dadurch „schönrechnen“. Einen Vergleich verschiedener Kennzeichnungsmöglichkeiten lässt die Umfrage laut foodwatch nicht zu. Seehofer hat bisher auf eine einvernehmliche Lösung mit der Ernährungswirtschaft gesetzt, die verpflichtende Ampelfarben aus Angst vor einer Stigmatisierung ihrer Produkte ablehnt. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) sprach sich zuletzt Mitte April dagegen aus. Bereits im vergangenen Oktober hatte der Minister auf der Kölner Messe Anuga ein freiwilliges Konzept vorgestellt, das zwar Angaben zu zentralen Nährwertgrößen macht, aber auf ein Farbschema verzichtet.

Einteilung in gut und schlecht

Der Parlamentarische Staatssekretär Gerd Müller sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), man plane kein Farbsystem, sondern bleibe bei dem mit der Wirtschaft entwickelten Konzept.

Die Verbraucherbeauftrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner, bekräftigte ihre Ablehnung einer gesetzlich verpflichtenden Ampelkennzeichnung. Damit werde dem Problem der Fehlernährung nicht entgegnet. „Vereinfacht dargestellte Farbpunkte sind schlichtweg Falschinformationen“, so Klöckner. Damit würden Nahrungsmittel in gute und schlechte eingeteilt. Es komme aber auf den Ernährungsstil und die Abmischung an. „Wer legt denn überhaupt fest, welche Farbnuance zum Tragen kommt?“, monierte die CDU-Politikerin. Notwendig sei eine flächendeckende Ernährungsaufklärung in den Schulen. Die ganze Debatte um unterschiedliche Kennzeichnungen führe zu noch mehr Verwirrung. Klöckner plädiert für eine „mutige“ Reduzierung von Angaben auf der Vorder- oder Oberseite der Verpackung. Deutlich zu sehen sein sollte dort die Kalorienangabe. Das erleichtere den Vergleich auf einen Blick. Alle weiteren Nährwerte könne man auf der Rückseite auflisten.


Artikel vom 14.05.2008
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