Wirtschaft
Fala plant strategische Neuausrichtung
Konzentration auf Kernkompetenz: Verlustträchtige Segmente werden aufgegeben, alle Außenlager geschlossen und der Direktvertrieb eingestellt

Messeauftritt auf der Internorga 2008: Fala will auch in Zukunft ein leistungsstarker Partner für die Bäcker bleiben. Foto: Wolf Foto: Wolf
„Wir haben ein ganzes Maßnahmenpaket erarbeitet, mit dem wir uns in einem wettbewerbsintensiven Markt für die Zukunft rüsten“, erklärt Mathias Kollmann. Der Deutschlandchef kündigt an, dass im Zuge der Fokussierung auf die Kernkompetenzen eine Reihe von grundlegenden Veränderungen anstehen. Das Zukunftsmodell sieht im Wesentlichen die Bündelung aller Verwaltungsfunktionen in Bühl, die Konzentration auf ein Zentrallager in Muggensturm und die Verlagerung der Feinlogistik an den Fachgroßhandel vor. Aktuell agiert Fala in Deutschland mit vier eigenständigen Gesellschaften (Fala, Lesaffre, Koala und Pletsch), mit mehreren Außenlagern, mit einer eigenen LKW-Flotte und mit einem Sortiment von über 330 Artikeln äußerst kostenintensiv.
Konsolidierung notwendig
Auf dieser Basis können keine positiven Ergebnisse erwirtschaftet und das Unternehmen langfristig gesichert werden. „Der Markt ist dem Wunschdenken der ehemaligen Geschäftsleitung nicht gefolgt. Fehlentscheidungen und die negativen Ergebnisse der Vergangenheit haben jetzt Konsequenzen“, so Mathias Kollmann. „Hier werden wir enorm zurückschneiden müssen.“ Die verlustträchtigen Segmente werden vollständig aufgegeben, alle Außenlager geschlossen und der Direktvertrieb eingestellt. Die Einzelgesellschaften werden unter dem Absender Fala gebündelt.
Wie in vielen anderen Bereichen unterliegt auch das Backgewerbe einer zunehmenden Konzentration. Mit dem neuen Geschäftsmodell wird das Unternehmen den veränderten Marktbedingungen künftig wieder gerecht. Die strategische Neuausrichtung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Die weltweit agierende Muttergesellschaft Lesaffre Group wird zudem das Eigenkapital der Fala erhöhen. Damit setzt sie ein deutliches Signal und leistet ein klares Bekenntnis zu ihrer deutschen Tochtergesellschaft. Durch diesen Gesamtkatalog von Maßnahmen ergäben sich für Fala neue und vor allem langfristig gute Marktperspektiven, so Mathias Kollmann.
Mit den klassischen Rohstoffen Backhefe, Backmischungen und Spezialmehle, mit einer kompetenten Kernvertriebsmannschaft, mit einem gewohnt hohen Serviceniveau und mit der Partnerschaft zum Fachgroßhandel für die Feinlogistik will Fala auch weiterhin die Bäcker, Konditoren, die Industrie und den LEH in ganz Deutschland zuverlässig versorgen.
Leistungsfähiger Partner
„Unser qualitativ hochwertiges Kernsortiment und unsere Beratungskompetenz bei kostengünstigen Strukturen sind unsere Vorteile“, betont Mathias Kollmann. In Zeiten einer weiteren Marktkonsolidierung und -konzentration sei dies eine gute Ausgangsbasis für die weitere Geschäftsentwicklung: „Wir werden zeigen, dass wir am Ball sind und mit uns als leistungsfähigem Partner auch in Zukunft zu rechnen ist.“
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