Aktuell
Erste Bilanz der Denunziations-Hotline
Anonyme Hotline zur Anzeige von Lebensmittelverstößen zieht erste Bilanz
Stuttgart (kh). Seit rund vier Monaten ist das Internetportal des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter der Adresse www.bvl.bund.de/tipp freigeschaltet.
Rund 25 Beschwerden gehen über die Hotline durchschnittlich im Monat ein. Das BVL teilte auf Anfrage mit, dass die überwiegende Anzahl der anonymen Anzeigen sich auf den Fleisch und Wurstbereich bezieht.
Für den Bereich Backwaren weißt die Statistik des BVL in den letzten Monaten gerade einmal sechs Anzeigen aus. Das spricht sicher auch für das hohe Vertrauen der Verbraucher und den hohen Hygienestand in den Backstuben. Schwarze Schafe gibt es aber bekanntlich überall und somit muss man auch für die Zukunft mit Anzeigen über die Internet-Hotline des Bundesamtes gerechnet werden. Auffällig ist den Mitarbeitern des BVL, dass sich die Zahl der Anzeigen immer dann häuft, wenn in der Presse über Probleme im Lebensmittelbereich berichtet worden ist. Offensichtlich sorgt die Berichterstattung in der Presse für eine Sensibilisierung der Bevölkerung.
Das BVL hat auch die Gründe für eine Anzeige aufgeschlüsselt. An erster Stelle steht, wie nicht anders zu erwarten, das Problemfeld Verderb, gefolgt von mangelnder Lebensmittelhygiene. Aber es werden auch Dinge wie mangelhafte Kennzeichnung angezeigt. Die meisten Anzeigen erfolgten aus dem Bereich Einzelhandel, also dort, wo die Ware dem Kunden präsentiert wird. Anzeigen aus dem Feld Gastronomie folgen mit großem Abstand. Die Produktionsbetriebe bilden das Schlusslicht bei der Anzeigehäufigkeit. Lediglich rund vier Prozent aller Anzeigen kamen aus bzw. über Produktionsbetriebe beim BVL an.
Beim BVL gibt es nur wenig Rückmeldungen darüber, was an den erhobenen Vorwürfen der Anzeigen dran war. Die Föderalismuskrux verpflichtet das Bundesamt zur Weiterleitung der Anzeigen an die zuständigen Landesbehörden, was die dann letztlich vorfinden, darüber gelangt nur wenig zurück ans BVL. Eigentlich ein Unding, denn sollte es sich zeigen, dass die Mehrzahl der Fälle von Anzeigen unbegründet sind, oder aber hier dem Denunziantentum Tor und Tür geöffnet werden, muss man über das Thema anonyme Anzeige-Hotline noch einmal intensiv nachdenken.
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