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Ernte 2006: Die ersten Empfehlungen

Gute Qualitäten werden erwartet / Verarbeitung leicht verändert / Enzymschwache Roggenmehle, hohe Fallzahlen


Stuttgart/Frankfurt/Bremen (kh). Die Ernte 2006 ist zu weiten Teilen eingefahren. Allerdings beklagen die Mühlen eine merkliche Zurückhaltung auf der Angebotsseite. „Viele Landwirte spekulieren offensichtlich noch mit höheren Preisen“, erklärt auch der für die Qualitätssicherung bei der Bremer Rolandmühle zuständige Marcus Molitor.

Die Landwirte haben Zeit

Das zurückhaltende Angebot auf dem Markt ist auch beim Deutschen Bauernverband (DBV) bekannt. „Die Preisvorstellungen der Mühlen und die der Landwirte liegen im Moment noch zwischen fünf und acht Euro pro Tonne Getreide auseinander“, erklärt Dr. Jens Rademacher vom DBV. Die Bauern haben dabei keine Eile, denn der Großteil der Ernte ist trocken und damit auf dem Hof lagerfähig eingebracht worden. Dass die Landwirte mit höheren Preisen spekulieren, liegt zum einen an der relativ knappen Erntemenge, die nach ersten Schätzungen wohl deutlich unter dem fünfjährigen Mittel der Getreideproduktion liegen wird. Nicht wenigen Mühlen läuft allerdings inzwischen die Zeit davon, denn sie verfügen nur über eine eingeschränkte Lagerkapazität.

Roggenqualität

Am weitesten mit den Untersuchungen ist man wohl bei der zur Kampfmeyer Gruppe gehörenden Hildebrandmühle in Frankfurt/Main. „Die Untersuchungen von bisher rund 200 Mustern zeigen Analysewerte, bei denen als hoch zu bezeichnende Fallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren geringere Amylogrammwerte festgestellt werden,“ formuliert der für Qualitätssicherung zuständige Kurt Gröne.

Bei der Bremer Rolandmühle sieht man das in der Tendenz etwas anders: „Wir haben hohe Fallzahlen und auch hohe Amylogrammwerte“, so Marcus Molitor. Die Fallzahlen werden von der Hildebrandmühle durchschnittlich mit 280 bis 290 s angegeben. Die Rolandmühle hat ähnliche Werte, „teilweise aber auch deutlich über 300“, so Molitor. Die Verkleisterungstemperatur des Roggenmehls liegt im Maximum bei deutlich über 70° C. Während man in Bremen Amylogrammwerte – die bekanntlich eine hohe Aussagefähigkeit in Bezug auf die Beschaffenheit der Stärke haben – von 900 bis über 1200 AE in den Mustern fand, so lagen diese in Frankfurt mit 650 - 665 erheblich darunter. Ein Indiz dafür, dass regionale Schwankungen bedingt durch den trockenen Sommer zu verzeichnen sind.

Weizen

Grundsätzlich hatte man von Mühlenseite die Befürchtung, hohe Anteile von Kümmer- und Schmachtkorn in den Partien zu finden. „Wir finden das auch, aber längst nicht in der Menge, wie wir aufgrund der langen Trockenperiode befürchtet hatten“, so Molitor.

Beim Weizen sind Fallzahlen von um die 400 keine Seltenheit, die Proteine sind leicht höher, der Klebergehalt ist um fast einen Punkt gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Weitere Infos:

Verarbeitungstipps auf Seite 2

www.hildebrandmuehle.de


Artikel vom 17.08.2006
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