Wirtschaft

Erfolgsgeschichte geht weiter

Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer bei „Gellertstadt“ Backwaren GmbH


Hainichen (ps.) In einem traditionsreichen und zugleich völlig neuen Betrieb war der sächsische Staatsminister Frank Kupfer Ende August zu Gast: Er besuchte die „Gellertstadt“ Backwaren GmbH in Hainichen, die am 14. Juni 1960 durch den Zusammenschluss von Bäckereien als eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) entstanden war. Mit der Wende wurde sie in eine Genossenschaft (e.G.) umgewandelt. Nach einem verheerenden Großbrand am 12. Januar 2007 wurde acht Monate später im Gewebegebiet Hainichen, unmittelbar an der Autobahn A 4 gelegen, der Grundstein für die neue Betriebsstätte, die für 5,3 Millionen Euro entstanden ist, gelegt.

Zügiger Wiederaufbau

Seit Januar dieses Jahres werden hier wieder Backwaren produziert und der Kundschaft in insgesamt 28 Verkaufsfilialen in Sachsen, vor allem in der Region Chemnitz, angeboten. Täglich werden zwölf Sorten Brot, 14 Sorten Brötchensowie 15 Sorten Kuchen gebacken. Zwei Prozent der Waren sind Bioprodukte. Alle 32 Gesellschafter der Genossenschaft sind auch Mitarbeiter in der Bäckerei. 100 weitere Mitarbeiter sind im Betrieb und in den Filialen beschäftigt, zur Zeit werden vier Lehrlinge ausgebildet. Bei einem Rundgang durch die Backstube lobte Landwirtschaftsminister Kupfer nicht nur den Wiederaufbauwillen der Genossenschafter und die schnelle Realisierung ihres Vorhabens, sondern vor allem auch die „bemerkenswerte Erfolgsgeschichte der sächsischen Ernährungswirtschaft“. Ihr Umsatz hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt und lag im vergangenen Jahr bei rund 7,5 Milliarden Euro – etwa elf Prozent mehr als im Jahre 2006, als der Zuwachs in Deutschland bei nur rund fünf Prozent lag.

„In diesem Vergleich zeigt sich eindrucksvoll, dass immer mehr Verbraucher die Vorteile regionaler Produkte erkennen“, konstatierte der Gast in einem Gespräch mit Rocco Grunwald, Geschäftsführer der „Gellertstadt“ Backwaren GmbH Hainichen. „Kurze Transportwege und hohe Qualitätsstandards sowie die absolute Frische der in Sachsen hergestellten Nahrungsmittel sorgen für einen stabilen Absatzmarkt. Deshalb bleibt gerade die Ernährungsbranche für Sachsen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“

„Zwar erhöhte sich der Auslandsumsatz im Vergleich zu 2006 um mehr als 40 Prozent, jedoch ist für die sächsische Ernährungswirtschaft im Export noch viel mehr Potenzial vorhanden“, so der Minister mit Blick auf die Exportquote, die 2007 mit 7,5 Prozent nur etwa die Hälfte des bundesdeutschen Wertes erreicht hatte.


Artikel vom 17.09.2008
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