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Erfolgreich mit Bio- und konventionellen Backwaren

Bio-Backwaren deklassieren das konventionelle Backwaren-Angebot nicht / Echtes Engagement ist Voraussetzung für Mehrumsatz


Fürth (p). Traditionelle Handwerksbäckereien mit einem zusätzlichen Bio-Angebot bewerten ihr Engagement im Bio-Bereich positiv und möchten es ausbauen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Verbraucherstudie des Lehrstuhls Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen im Auftrag der Wolf Butterback KG.

„Bio-Backwaren deklassieren das konventionelle Angebot in den Mischbäckereien nicht und bieten deutliches Geschäfts- und Profilierungspotenzial für die Unternehmen“, erklärt Professor Achim Spiller, Inhaber des Lehrstuhls, bei der Vorstellung der Studienergebnisse auf der Fachmesse Internorga in Hamburg.

Nur 1200 Bio-Bäcker

Bio-Backwaren machen heute mit einem Umsatzvolumen von 350 Millionen Euro nur einen kleinen Teil des insgesamt 5,3 Milliarden Euro umfassenden Marktes für Bio-Lebensmittel in Deutschland aus. Mit einem Marktanteil von 50 Prozent ist die Bäckerei zwar aktuell der wichtigste Absatzkanal für Bio-Backwaren, jedoch holen die Supermärkte und Discounter deutlich auf. Derzeit sind erst circa 1.200 der rund 16.000 Handwerksbäcker in Deutschland Bio-zertifiziert.

Erstmalig wurden vom Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen insgesamt 178 Mischbäckereien zu Sortiment und Marketing, ihren Angebotskonzepten sowie ihren Vermarktungserfahrungen befragt. Außerdem wurden die Erfolgsfaktoren der Biovermarktung untersucht.

Nach zunehmendem Bioanteil im Sortiment lassen sich vier unterschiedliche Angebotskonzepte beobachten: Die Minimalisten mit wenigen Alibiprodukten, die Vorsichtigen, die Ambitionierten und die Bio-Engagierten (siehe Tabelle).

Kein Schmalspursortiment

Unter den Ambitionierten mit einem relativ großen Bio-Angebot (zwischen 10 Prozent und 30 Prozent Umsatzanteil) befinden sich besonders viele erfolgreiche Betriebe, da das Bio-Sortiment auffällt, aber auch die konventionellen Kunden noch ausreichend Auswahl finden.

„Wichtig beim Verkauf von Bio-Backwaren sind außerdem aktive Verkaufsförderung, optimale Platzierung, persönliches Bio-Interesse und geschultes Personal“, so Dr. Anke Zühlsdorf, Leiterin der Studie, zu den untersuchten Erfolgsfaktoren.

„Wer hier Engagement zeigt, kann echten Mehrumsatz und eine deutliche Wettbewerbsdifferenzierung erwirken“, erläutert Zühlsdorf.

Bei Bio scheint es sich also ähnlich wie beim Einstieg in das Eisgeschäft aus eigener Herstellung zu verhalten: Nur wer eine gewisse Sortimentsbreite anbietet, dem sprechen die Verbraucher auch tatsächlich Kompetenz zu. Bei Bio-Backwaren sollte der Einstieg mit mehr als 10 Artikeln erfolgen.


Artikel vom 07.04.2009
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