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Erfolg im Kampf gegen das Mutterkorn

Teile des Roggen-Erbgutes entschlüsselt / Bestimmte Gene vermindern den Befall


Groß Lüsewitz (p). Wissenschaftlern an der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Groß Lüsewitz ist es gelungen, einen Abschnitt im Erbgut des Roggens zu identifizieren, der diese Getreideart unempfänglicher gegen den Mutterkorn-Pilz macht. Dazu haben sie systematisch Teile des Erbgutes von Roggen mit dem vollständig entschlüsselten Genom der Reispflanze verglichen.

Mit Mutterkorn verunreinigtes Getreide kann beim Menschen zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Verursacher ist der parasitische Pilz Claviceps purpurea, der vor allem Roggen befällt.

Grund für diese Anfälligkeit ist die Tatsache, dass sich Roggen nicht selbst befruchten kann. Deshalb spreizt er während der Blütezeit seine Ährchen weit auseinander, um fremden Pollen aufzufangen. Dadurch können die Sporen des Pilzes die Blüten besiedeln und zu den typischen Mutterkörnern heranwachsen. Insbesondere in feuchten Jahren, wenn aufgrund ungünstiger Witterung zum Zeitpunkt der Roggenblüte wenig Pollen zur Verfügung steht, ist mit verstärktem Infektionsdruck zu rechnen, da die Blüten länger offen bleiben. Je mehr Pollen gebildet wird, desto eher können die Blüten befruchtet werden und desto geringer sind die Entwicklungschancen für die Mutterkornpilze.

Die Fähigkeit Pollen auszuschütten, kann durch bestimmte Gene, die in exotischen, für den Anbau nicht geeigneten Roggenherkünften gefunden wurden, entscheidend verbessert werden. Es ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, diese so genannten Restorer-Gene im Erbgut der Pflanzen zu erkennen. Am Institut für landwirtschaftliche Kulturen der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) in Groß Lüsewitz hat man jetzt ein indirektes Diagnoseverfahren entwickelt, mit dessen Hilfe eines dieser wertvollen Gene, Rfp1, effizienter genutzt werden kann.


Artikel vom 16.02.2007
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