Meinung

Einmal-Keinmal-Erlebnis


Haben Sie Ihre Familie schon mal zum Sonntagsmenü in einen Autobahnrasthof eingeladen, weil sie da schon mal so gut gegessen haben und deshalb dort Stammgast geworden sind? Eher nicht, oder!? Dazu haben solche Etablissements nicht gerade überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Oder etwas profaner ausgedrückt: Versalzene Suppe zu horrenden 12,50 Euro schafft nicht unbedingt Fans! Manche Dienstleister, die in erster Linie von Einmalkunden leben, können sich so etwas leisten. Über teure Postkarten am Kiosk neben der Sehenswürdigkeit erschrickt man kurz, kauft sie aber trotzdem. Schließlich bleibt es eine einmalige Sache.

Bei Bäckereien ist die Sachlage etwas anders. Sie können sich so etwas nicht leisten, weil sie mehr Mitbewerber haben als Autobahnrasthöfe. Bäckereien sollten sich mit Einmalbesuchern und Zufallskunden nicht zufrieden geben. Gary C. Comer, Gründer des Kleidungsunternehmens Lands End, definiert als Kunde erst denjenigen, der sein Geschäft zum zweiten Mal besucht. Ein erster Besuch aus Zufall, aus Versehen oder aus der Not heraus ist eine Sache. Aber als Gast so zufrieden zu sein, um gezielt wiederzukommen, das sollte angestrebt werden.

Deshalb sollten Bäckereien alles daransetzen, „echte“ Kunden zu erwerben. Und beim ersten Einkauf gibt es eine Menge Dinge, die zur Wiederkehr bewegen können. Beste Backwaren, die man noch mal haben will, freundliches Personal oder eine ansprechende Einrichtung – all das lockt zum Wiederkommen. Mit mindestens einem dieser Beweggründe für den Zweiteinkauf sollte man schon aufwarten. Denn wer nichts davon anbieten kann, dem geht's so, wie dem Rasthofbetreiber: Der wundert sich über die vielen Autos, die einfach nur vorbeifahren.

Informationen:

Tel. 07143 961411

www.us-beratung.de


Artikel vom 20.08.2008
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