Trends_Märkte

Einkaufen mit Handy und Fingerabdruck

Im Future Store von Real werden auch frische Backwaren, Snacks und Salate angeboten


Tönisvorst (rh). Frische „Action“ und schnelle Bedienung sind gerade im Außer-Haus-Geschäft wichtige Erfolgsfaktoren, die von vielen Bäckern in Deutschland berücksichtigen werden. Auch die Top 101 Betriebe in Nordrhein-Westfalen (siehe Tabelle) machen gute Geschäfte mit Snacks & Co. Doch die Mitbewerber im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) schlafen nicht:

Während es im Fernen Osten als großes Kompliment gilt, wenn Erfolgskonzepte kopiert werden, stellt dieses Vorgehen des LEH für das backende Handwerk hierzulande eine neue Herausforderung dar. Denn es sind gerade die Stärken handwerklicher Produktion, die beim Future Store der Real Warenhausgruppe in Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) zum neuen Konzept gehören.

Dabei wurde eine Mischung aus traditioneller Herstellung und High-Tech Verkaufshilfen gewählt, die es dem Kunden so einfach wie möglich machen soll, seinen Einkauf in kürzester Zeit über die Bühne zu bringen. Dabei darf das Wort „Bühne“ durchaus wörtlich genommen werden. Denn der Frischebereich wird hier nicht einfach präsentiert, sondern regelrecht inszeniert. Möwenschreie und eine auf den Boden projizierte Wasserfläche charakterisieren die Fischabteilung, ein Räucherofen unmittelbar hinter der Theke das Fleischereisegment. Dass dort hinter einer Glasscheibe ein Blick in die Wurstküche und damit die Produktion möglich ist, signalisiert absolute Frische. In diese Schiene passt auch das Backwarenangebot.

Hinzu kommt ein unbedingter Frischeanspruch direkt hergestellter Ware. „So nah wie möglich an die handwerkliche Produktion herankommen“, charakterisiert Joël Saveuse, Vorstandsvorsitzender der Real-Märkte Deutschland, die vorgegebene Zielsetzung.

Auch Zygmunt Mierdorf, Vorstandsmitglied der Metro-Gruppe und Aufsichtsratvorsitzender der Real GmbH, unterstreicht dies. Mit neuen Verkaufskonzepten und Warensortimenten will die Gruppe beim Kunden punkten. Der betriebswirtschaftliche Hintergrund wird von den Vorständen einfach formuliert: „Wir haben erkannt, dass wir uns durch den Veränderungsdruck nicht treiben lassen dürfen. Wir müssen selbst Treiber des Wandels sein.“ Dazu sei es wichtig, bestehende Prozesse zu hinterfragen und wenn nötig zu verändern.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Metro Gruppe, Dr. Eckhard Cordes, vertritt diese Ansicht. Für ihn Frische und Kompetenz Dreh- und Angelpunkte des Erfolges. Die Freude am Einkaufen steht für ihn im Vordergrund. Dabei gibt er weiterhin zu, dass sich die Ansprüche des Kunden in rasantem Tempo ändern. Wer bei Frischware Erfolg haben wolle, müsse einen erlebnisreichen und komfortablen Einkauf bieten.

Future Store mit Bäckerei

Wie in allen Real-Märkten werden auch in der Hausbäckerei im Future Store bis zu 12 Sorten Kuchen und süße Teilchen produziert und 15 bis 20 verschiedene Sorten Brot, Brötchen und Baguette gebacken, vom Mehrkornbrötchen über das Ciabatta bis hin zum Roggenmischbrot. Ausschließlich im Future Store testet Real derzeit vier verschiedene Sorten Holzofenbrot. Gebacken wird in der Hausbäckerei des Future Store morgens ab 6Uhr bis 21 Uhr bedarfsgerecht laufend frisch.

Der Produktionsschwerpunkt liegt auf frischem Brot, Brötchen und Baguettes. Eine Bio-Zertifizierung für einen Teil des Sortimentes gibt es ebenfalls. Bei der Produktion der Backwaren verzichtet der Future Store auf künstliche Duftstoffe. „Wir backen vor den Augen der Kunden“, heißt es hierzu. „Sensorisch können sich die Kunden von der Frische unserer Waren durch den natürlichen Backduft und durch Tasten der warmen Bäckereiprodukte überzeugen.“ Eine Besonderheit der Bäckerei in Tönisvorst ist der Steinbackofen, in dem Spezialitäten gebacken werden. In anderen Real SB-Warenhäusern ist der Einsatz von Stikkenöfen üblich.

Auch der Einkauf wird mit modernen Hilfsmitteln ganz im Sinne von Schnelligkeit und Personaleinsparung strukturiert. Dreh- und Angelpunkt dabei ist das allgegenwärtige Mobiltelefon. Um die Waren für den Einkaufszettel per Handy zu erfassen, reicht es, die Autofokuskamera auf den Barcode der Packung zu richten. Was für Joghurt, Butter oder Fertiggerichte gilt, funktioniert ebenso bei vorverpackten Portionen von Kuchen, Kanapees, Brot oder Brötchenmischungen.

Gezahlt werden kann die Ware wunschweise mit Bargeld, EC- und Kreditkarten oder sogar einfach per Fingerabdruck. Dieser muss allerdings vorher hinterlegt werden und per Unterschrift und Bankeinzugsverfahren quittiert sein.


Artikel vom 29.09.2008
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