Tagungen & Messen
Ein Trendparadies mit Wachstumspotenzial
Die Sigep 2007 in Rimini brach alle Rekorde / 21 Prozent mehr Besucher aus Deutschland / Italien gewinnt den 1. European Bread Cup

Das deutsche Team beim 1. Sigep Bread Cup (von links): Gerhard Gröber, Eva-Maria Kientz und Stefanie Bengelmann.
Wachsende Internationalität
Mit 92.938 Fachbesuchern (+10 Prozent gegenüber 2006) aus 123 Ländern nahm die Messe weiter an Internationalität zu – aus aller Welt kamen die Trendscouts nach Rimini und ließen sich vom Angebot der 800 Aussteller und von den vielen Fachdemonstrationen und Wettbewerben inspirieren. Interessant ist das starke Wachstum der Messebesucher aus dem Ausland: 14.112 ausländische Fachbesucher (+23 Prozent gegenüber 2006), kamen oft in großen Delegationen zur Sigep.
Mit den Speiseeisherstellern, Konditoren, Bäckern und vielen Großhändlern aus der ganzen Welt waren Entscheidungsträger der drei Branchen vor Ort, um sich in Rimini über neue Trends und Produktneuheiten zu informieren. Auch der deutschsprachige Raum zeigte starkes Interesse: „Schon im Vorfeld der Veranstaltung waren wir von den zahlreichen Anfragen überwältigt“, so Roberta Masini vom internationalen Büro der Messe Rimini. Das entsprach einem Besucheranstieg aus Deutschland von 21 Prozent. „Ich habe eine Sigep gesehen, die viel größer ist, als ich es mir vorstellte“, so ein Besucher aus Deutschland, zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal auf der Sigep. Größe und auch Qualität sind in der Tat die Stärke dieser Fachmesse: „Ich besuche die Messe zum ersten Mal und ich finde sie wirklich sehr, sehr informativ“, so Stefan Sernatinger von der Bäckerei-Konditorei Sernatinger in Stockach im Bodenseegebiet .
Sigep Pane und der 1. Bread Cup
In einer Extra-Halle wurden in Rimini Technologien und Rohstoffe für die Brotherstellung vorgestellt. Mit dem Sektor „Sigep Pane“ hat sich die Messe im Bereich Brotherstellung solide positioniert: In der Ausstellung wurden Maschinen und Produkte für die handwerkliche Brotherstellung, Rohstoffe, Einrichtungen und Verpackungsprodukte gezeigt.
Ein echtes fachliches Highlight war der in der Bäckerhalle gestartete Sigep Bread Cup, der erstmals in Rimini stattfand. Bei dieser Europameisterschaft des Bäckerhandwerks wurden Bäckermeister aus acht Nationen vor verschiedene Aufgaben gestellt – herzustellen waren:
Landestypisches, traditionelles Brot;
Innovatives Spezialbrot;
Feingebäck ohne Hefe;
Ein künstlerisch gestaltetes Brot, das an eine Sehenswürdigkeit des jeweiligen Landes erinnert.
Deutsche mit Wut im Bauch
Für Deutschland starteten beim 1. Sigep Bread Cup Gerhard Gröber und Stefanie Bengelmann von der Bäckerei Walter in Aalen sowie Eva-Maria Kientz von der Bäckerei Köhler in Heubach. Die anderen Mannschaften kamen neben Deutschland aus Israel, Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Irland und Italien. Ein hartes Konkurrenzumfeld für das deutsche Team, das mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch nach Rimini gereist war. Grund hierfür ist die mangelnde Unterstützung durch die Verbände in Deutschland. „Wir haben keinerlei Unterstützung von Verbandsseite erfahren, der Zentralverband ist nicht in der Lage, eine Nationalmannschaft zu solchen Wettbewerben zu entsenden“, machte Gerhard Gröber seinem Unmut Luft. „Wir Deutsche brüsten uns immer, Brotweltmeister zu sein, aber ein motiviertes Team zu unterstützen, bekommen wir nicht auf die Reihe. Andere Länder mit einer weitaus geringeren Brottradition schicken top gesponserte Teams ins Rennen, und wir müssen sogar unsere Arbeitskluft selbst besorgen. Wir sind nur hier, weil unser heimischer Ostalbkreis eine Partnerschaft mit der Provinz Ravenna unterhält“, verdeutlichte Gerhard Gröber, dass die Teilnahme an der Europameisterschaft reinem Idealismus entsprang und nicht etwa über den Bäckerverband gelaufen ist, sondern auf anderer Ebene ermöglicht wurde. Vor diesem Hintergrund lag eine vordere Platzierung schlicht nicht drin. Beim Sigep Bread Cup siegreich:
1. Platz: Italien
2. Platz: Frankreich
3. Platz: Portugal
Bleibt zu hoffen, das die Verantwortlichen in Deutschland umdenken und deutschen Teilnehmern künftig Chancengleichheit auf internationalem Parkett ermöglichen. Dem Image des Bäckerhandwerks täte das sicher gut.
Mehr Infos zur Sigep:
www.sigep.it
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