Aktuell
Ein Drittel der Roggenernte wird zu Sprit
Südzucker war auf Einkaufstour / Bedarf der Bioethanolbranche räumt den Markt ab
Stuttgart (kh). Die EU-Kommission hat durch die Veröffentlichung des „Biomasse-Aktionsplans“ im Dezember 2005 und der „EU-Strategie für Biokraftstoffe“ im Februar 2006 klare Eckpunkte für die Bioenergie-Industrie definiert. Zur Zeit werden die von der EU vorgegebenen Rahmenbedingungen in Form von nationalen Lösungen umgesetzt.
Gigantischer Hunger
Mit dem Bau von Europas größter Bioethanolfabrik in Zeitz in Sachsen-Anhalt hat Südzucker frühzeitig damit begonnen, in diesem Bereich zu investieren und sich damit eine starke Position auf dem Markt der biogenen Kraftstoffe geschaffen. Die EU-Zielvorgabe von 5,75 Prozent Biokraftstoff am gesamten Kraftstoffverbrauch entspricht einem EU-Marktvolumen für Bioethanol von 8 bis 10 Mio. m³. Das entspricht der unvorstellbaren Getreidemenge von mehr als 27 Mio. t, die im Getreidemarkt schlicht fehlen werden. Die Perspektiven im Bioethanolbereich sind Anlass, nicht nur für Südzucker, intensiv weitere Projekte in Europa zu prüfen. Der Markt für Bioethanol in Deutschland wird weiter boomen. In Zeitz hat die Südzucker Bioethanol GmbH im April 2005 planmäßig mit der Bioethanol-Produktion begonnen und zwischenzeitlich annähernd die volle Tageskapazität erreicht. Jährlich werden aus 700.000 t Getreide 260.000 m³ Bioethanol produziert.
Getreidesprit auf dem Markt
Seit Anfang Februar 2006 stellt die Südzucker Bioethanol GmbH unter der Marke „CropPower85“ einen Qualitätskraftstoff her, der in einem ersten Schritt regional an Tankstellen der Firma OIL angeboten wird. Mit der Markteinführung von CropPower85 legen die Südzucker Bioethanol GmbH und OIL-Tankstellen den Grundstein für ein flächendeckendes Angebot. Wie sich der neue Nachfrager auf den Markt für Getreide auswirkt, zeigt ein Blick nach Thüringen. Dort hat Südzucker, um den Hunger der Bioetanolanlage in Zeitz stillen zu können, insgesamt rund ein Drittel der gesamten deutschen Roggenernte aufgekauft.
Eingriff in das Marktgefüge
Dieser massive Eingriff in den Markt führt dazu, dass viele Mühlen inzwischen davon sprechen, dass die Versorgung der Mühlen mit Vermahlgetreide für das begonnene Wirtschaftsjahr keinesfalls als sicher bezeichnet werden kann. Hinzu kommt der Preisdruck, da einfach Ware fehlt.
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 21.09.2006:
Hörfunkkampagne gestartet
Erzeugerpreise gestiegen
Genreis nachgewiesen
Starker Zuwachs bei Produktionstechnik
Eine Marke wird durch Aussehen geprägt
Das Preisniveau wird nach oben gehen
Fünf Jahre Bio-Siegel
Genuss in Deutschland
Oft geringe Kenntnisse
Männer lieben Fastfood

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"