Aktuell
EU-Kommission überdenkt Agrarpolitik
Die Mühlenwirtschaft nimmt Stellung zum sogenannten „Health Check“
Bonn (p. ). Im Rahmen des sogenannten „Health Check“ will die EU-Kommission prüfen, welche Anpassungen der gemeinsamen Agrarpolitik notwendig sind. Die Mühlenwirtschaft nimmt zu dem vorliegenden Diskussionspapier wie folgt Stellung (Auszug):
Die Getreidenachfrage für Lebensmittel und Futtermittel ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Die landwirtschaftliche Produktion konnte mit der Nachfrageentwicklung nicht Schritt halten, so dass sich die Bestände auf ein dramatisches Niveau verringert haben. Hinzu kommt ein steigender Verbrauchsanteil für die energetische Verwendung (Agro-Kraftstoffe, Biogas, etc.). Die Landwirtschaft in Europa muss die Getreideproduktion signifikant steigern, um die Nachfrage befriedigen zu können.
Abschaffung der Flächenstilllegung:
Der Vorschlag der EU-Kommission, die obligatorische Flächenstilllegung zu beenden, stimmt die Müllerei vorbehaltlos zu; dies entspricht einer Forderung der Branche. Zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Futtermitteln ist die Abschaffung der obligatorischen Flächenstilllegung zwingend.
Intervention:
Die Müllerei begrüßt die Überlegungen der EU-Kommission, nach der Roggen- und der Mais-Intervention nun auch die Intervention von Gerste abzuschaffen. Landwirte werden ihre Anbauentscheidung bei steigendem Verbrauch nachfrageorientiert treffen, der Preis ergibt sich durch Angebot und Nachfrage. Wir sprechen uns jedoch auch für die Abschaffung der Intervention von Weizen aus.
Bioenergie / Energiepflanzenprämie: Die derzeitig verfügbaren und geförderten Agro-Kraftstoffe werden dem Ziel der Klimaneutralität und der Nachhaltigkeit nicht gerecht. Es darf nicht zu negativen Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung und die Ökologie kommen!
Die Abschaffung der Energiepflanzenprämie ist zwingend erforderlich. Angesichts der nachhaltig gestiegenen Marktpreise für Agrarprodukte ist diese Subventionierung unnötig.
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