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Durchschnittliche Getreideernte erwartet

Experten rechnen mit etwas niedrigeren Erträgen als im letzten Jahr


Berlin (age). In Deutschland reift eine durchschnittliche Getreideernte heran. Dr. Jens Rademacher vom Deutschen Bauernverband (DBV) veranschlagt das diesjährige Aufkommen an Weizen und Grobgetreide auf 47,0Mio. t, nachdem 2008 mit 49,9Mio. t eine Rekordernte eingefahren worden war. „Bis die Mähdrescher rollen, kann allerdings noch viel passieren“, warnte Rademacher beim ersten DBV-Vorerntegespräch vergangene Woche in Berlin.

Durch die feuchte und warme Witterung der letzten Wochen sei mit verstärktem Pilzbefall zu rechnen, zumal viele Betriebe angesichts niedriger Erzeugererlöse beim Pflanzenschutz gespart hätten. Auf Weltebene werde bisher mit der zweitgrößten Getreideernte aller Zeiten gerechnet, erläuterte der DBV-Getreideexperte auf der Fachtagung. Allerdings seien Prognosen wie die des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums noch mit Fragezeichen zu versehen, da die Wachstumsbedingungen in Ländern wie Argentinien oder Kanada alles andere als optimal seien.

Martin Schraa von der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) wies darauf hin, dass für Getreide bisher kaum Vorkontrakte abgeschlossen wurden. Für den Experten ist dies eindeutig eine Reaktion auf die aus Erzeugersicht enttäuschende Preisentwicklung in der zu Ende gehenden Vermarktungssaison 2008/09.

Der AMI-Bereichsleiter Pflanzenbau geht für die neue Saison davon aus, dass das globale Getreideangebot hinter der Nachfrage zurückbleibt. Insbesondere beim Mais sei auf Weltebene mit einer Angebotslücke zur rechnen. Zwar lägen die Ernteprognosen für Weizen unter dem 2008/09 erreichten Rekordniveau; trotzdem sei das Angebot voraussichtlich höher als der Bedarf, weshalb mit weiterem Bestandsaufbau beim wichtigsten Nahrungsgetreide gerechnet werden müsse. Sollte sich die Erholung an den Rohöl-, Aktien- und Finanzmärkten fortsetzen, dürfte dies die Getreide- und Ölsaatenmärkte stützen.


Artikel vom 01.07.2009
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