Wirtschafts- & Firmeninfos
Dr. Oetker leidet unter Billiganbietern
Schwächeres Wachstum im Inland / Investitionen im Frische-Bereich
Bielefeld (kke). Die unter dem Dach der Dr. Oetker GmbH geführten 30 Unternehmen erzielten 2005 mit 1431 Mio. Euro Umsatz ein Wachstum von 9,6 Prozent. Hierzu trugen vor allem das Auslandsgeschäft und Akquisitionen bei. Durch die Zukäufe stieg die Zahl der Beschäftigten um 488 auf 7.114, in Deutschland um 266 auf 3.652. Die Investitionen stiegen 2005 kräftig an und lagen 2005 mit 96 Mio. Euro um rund 55 Prozent über dem Vorjahr. Investitionsschwerpunkt war Deutschland, und hier besonders Bielefeld, Wittlich und Wittenburg/Mecklenburg.
In dem neu als strategisches Geschäftsfeld definierten Bereich Frische, der 17,3 Prozent des Dr. Oetker Gesamtumsatzes ausmacht, wurden im vergangenen Jahr mit der Integration der zugekauften Molkerei Onken wichtige Weichen gestellt. Onken wurde als Submarke von Dr. Oetker in das Frische-Sortiment integriert, in dem gekühlte Desserts, Crème fraîche Produkte, Joghurts und frische Teige geführt werden. Zug um Zug wird bereits das gesamte, in einer fremden Produktionsstätte gefertigte Dr. Oetker Kühl-Sortiment in das bisherige Onken-Werk in Moers integriert. Die Produktionskapazitäten müssten deshalb und wegen der stärkeren Nachfrage des westlichen Auslandes ausgebaut werden.
Während 2005 der Umsatz der Dr. Oetker Deutschland um 3,5 Prozent auf 679 Mio. Euro wuchs, legten die Unternehmen im westlichen Ausland um 14,3 Prozent und in Osteuropa um 21,1 Prozent zu. Der Auslandsumsatz übertraf damit erstmals den des Inlandes im Verhältnis von 53 zu 47 Prozent. Hauptursache für das schwächere Wachstum im Inland sei ein Einbruch im Geschäftsbereich Backpulver, Pudding und Müsli, mit 46 Prozent der größte Umsatzanteil der GmbH. Die Erlöse der Sparte brachen um acht Prozent ein. Oetker leide hier unter der verschärften Konkurrenz durch Billiganbieter. Der Umsatz mit Pizzen und Snacks legte dagegen leicht zu.
Auch 2006 sollen die Investitionen auf hohem Niveau bleiben. Das Frische-Werk Moers wird ebenso ausgebaut wie die Produktionskapazität in verschiedenen Ländern Osteuropas.
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