Der ABZ – Tipp der Woche
Disziplin beim Sortiment

Ulrich Stoekle.
Hand aufs Herz: Wie oft befassen Sie sich mit Ihrer Produktstatistik? Führen Sie eine Art Hitparade Ihrer Backwaren? Sortieren Sie Ihr Sortiment nach Rennern und Pennern? Welcher Artikel liefert den größten Umsatzanteil? Welcher Artikel ist bei Ihnen der Spitzenreiter, wenn es um die verkauften Mengen geht? Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass überraschenderweise bereits 10 Prozent Ihrer Artikel für 90 Prozent des gesamten Umsatzes sorgen. Der gesamte Rest ist betriebswirtschaftlich gesehen oft unwichtig und unrentabel. Und wie viele verschiedene Backwaren umfasst Ihr gesamtes Sortiment? Wahrscheinlich keine 10? Auch keine 50 oder 60 Stück? In den meisten Fällen beträgt die gesamte Produktpalette vieler Firmen 100 und deutlich mehr. Für so viele verschiedene Artikel Rohstoffe bestellen und lagern, 100 verschiedene Sorten oder mehr stets produzieren, extra Personal und spezielle Maschinen dafür zur Verfügung stellen, diese ständig zu warten – das ist ein gigantischer Aufwand. Die betriebswirtschaftlichen Vorteile der Streichung solcher Exoten liegen also auf der Hand. Auch der Kundschaft tut man damit vielleicht sogar einen Gefallen. Denn eine unübersichtliche Überfrachtung mit Angeboten gefällt auch ihm nicht.
Natürlich bedarf es gewisser Disziplin, das Sortiment ausgewogen zu begrenzen. Zunächst benötigt man das richtige Augenmaß, um nicht jedem völlig exotischen Trend hinterher zu laufen und dazu neue Produkte zu kreieren. Bei manchen Auswüchsen der Backkunst sollte man sich besser fragen, ob man da nicht soeben die Quadratur des Kreises vornimmt: Backwaren ohne Zucker und Brot ohne Mehl anbieten - das ist doch mehr als fraglich. Vielleicht tut man damit einer Hand voll Hypochondern einen Gefallen. Aber es jedem recht machen zu wollen, liefert oft das Resultat, dass man es keinem mehr so richtig recht machen kann.
Weitere Informationen:
E-Mail: ulrich.stoekle@t-online.de
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