Aktuell
Dioxin in Guarkernmehl?
Deutsche Behörden suchen / Schweizer Firma betroffen
Mainz (kke). Die deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden suchen derzeit nach verunreinigtem Guarkernmehl, das ins Land gelangt sein könnte. Ein Schweizer Unternehmen vertreibt das betroffene Mehl einer indischen Firma weltweit. Bei einer Überprüfung in der Schweiz hatte sich herausgestellt, dass verschiedene Chargen des Mehls teilweise hoch mit giftigem Dioxin belastet waren.
Wie das Umweltministerium in Mainz mitteilte, gehören fünf Betriebe aus Rheinland-Pfalz zu den Kunden der Schweizer Vertriebsfirma. Bisher sei im Land aber kein belastetes Mehl gefunden worden. Das Ministerium geht davon aus, dass möglicherweise belastetes Mehl auch direkt aus Indien nach Deutschland gelangt ist. Es rief die Unternehmen auf, Guarkernmehl der indischen Firma nicht zu verarbeiten und nicht weiterzugeben. Bereits mit dem Mehl hergestellte Lebensmittel dürften vorerst nicht ausgeliefert werden. Eine Gesundheitsgefährdung sei nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht auszuschließen.
Die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde hatte im Zusammenhang mit dem Verdickungsmittel Guarkernmehl der Thurgauer Firma Unipektin eine Warnung herausgegeben. Die Produkte weisen einen erhöhten Dioxingehalt auf. Unipektin beliefert Abnehmer weltweit, auch den Schweizer Einzelhandelskonzern Migros, konkret deren Produktionsbetrieb Midor AG. Das Unternehmen mit Sitz in Meilen stellt Biscuits, Apéroartikel und Dessertpulver her und wurde von Unipektin ordnungsgemäß darüber informiert, dass das gelieferte Guarkernmehl mit Dioxin belastet sei. In Absprache mit dem Kantonschemiker in Zürich hat die Midor AG daraufhin drei betroffene Produkte aus den Läden zurückgezogen und Kunden aufgerufen, die Cremepulver zurückzubringen.
Guarkernmehl (E 412), das aus dem Samen einer Bohne gewonnen ist ein durchaus nützliches Naturprodukt. Es wird u.a. als Mehlbehandlungsmittel verwendet und kommt in der Lebensmittelindustrie als natürliches Verdickungsmittel zum Einsatz. Die langkettigen Verbindungen des Polysacharid können sehr große Wassermengen binden. Schon geringe Mengen der Substanz reichen aus, um Flüssigkeiten stark zähflüssig werden zu lassen. Im Zusammenspiel mit anderen Stoffen eignet sich Guarkernmehl auch zur Bildung von Gelen.
Guarkernmehl ist für Lebensmittel allgemein zugelassen. Ausgenommen sind lediglich unbehandelte Lebensmittel, also solche, die nach dem Willen des Gesetzgebers nicht durch Zusatzstoffe verändert werden dürfen und getrocknete Lebensmittel, die beim Verzehr aufquellen sollen.
Guarkernmehl verstärkt die Wirkung anderer pflanzlicher Verdickungsmittel erheblich und wird häufig zusammen mit Johannisbrotkernmehl (E 410) eingesetzt. In Backmitteln wird es verwendet, um regulierend auf Wasserbildung und Wasserhaushalt im Teig einzuwirken. Erreicht wird dadurch eine verbesserte Oberflächenbeschaffenheit der Teige, elastischere Krume und bessere Frischhaltung.
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 09.08.2007:
Oft schlecht informiert
Wer kauft heute noch ganze Brote?
Keine Zeit zu begrüßen?
Rechtzeitig Beratung in Anspruch nehmen
Die Wissenschaft hat festgestellt
Die Deutschen im Mittelfeld
Bio: LEH steigert Marktanteil um acht Prozent
Radständer vor den Filialen
Vitalstoffe aus Weintrauben
Weitere Expansion geplant

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"