Trends & Märkte

Die preiswerte Alternative ist gefragt

Außer-Haus-Verzehr: Ausgabenvolumen stagniert bei 41,2 Mrd. Euro / Einbußen in der klassischen Gastronomie


Köln (ke). Im Durchschnitt gehen die Bundesbürger 1,7 Mal pro Woche außer Haus essen. Wenn es ins Restaurant geht, dreht der Verbraucher allerdings noch immer jeden Cent dreimal um. Besonders größere Gruppen und junge Familien mit Kindern gehören zu den selteneren Gästen. Sie stillen ihren kleinen Hunger häufiger mit einem Hamburger-Menü oder einem kleinen Snack beim Bäcker. Wurstsemmeln und Leberkäse im Metzgerimbiss finden hingegen keinen reißenden Absatz mehr. Mit einem Minus von 4,4 Prozent macht sich hier die geschmackliche Umorientierung des Verbrauchers besonders stark bemerkbar. Unterm Strich ist jedoch der allgemeine Negativtrend in der kommerziellen Gastronomie deutlich abgeschwächt und – so die Prognose der ZMP – die Talsohle erreicht.

Nach Angaben der ZMP-Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle GmbH lag das Ausgabenvolumen 2004 im Außer-Haus-Markt bei 41,2 Mrd. Euro. Davon entfielen auf die kommerzielle Gastronomie 36 Mrd. Euro und auf die Verpflegung am Arbeitsplatz 5,2 Mrd. Euro. Während die kommerzielle Gastronomie im Vergleich zu 2003 einen leichten Rückgang in Höhe von 0,3 Prozent hinnehmen musste, entwickelten sich die Ausgaben in der Arbeitsplatzverpflegung mit einem Plus von 2,7 Prozent deutlich positiver.

Bezüglich der Besuche schnitt die kommerzielle Gastronomie mit einem Rückgang von 0,9 Prozent auf 4,524 Mio. negativ ab, während die Arbeitsplatzverpflegung um 2 Prozent häufiger in Anspruch genommen wurde (2,26 Mio. Besuche).

Zu den Gewinnern beim Ausgabenvolumen gehörten die Schnellrestaurants (+0,6%). Bedienungsrestaurants (-0,8%) und Erlebnisgastronomie (-0,3%) verloren dagegen Ausgabenanteile. Bezogen auf die Anzahl der Besuche ist das Bild noch dramatischer, diese gingen in den Bedienungsrestaurants um 1,9 Prozent und in der Erlebnisgastronomie um 1,5 Prozent zurück. Die Schnellrestaurants verloren zwar auch bei den Besuchen, konnten das aber durch höhere Bons mehr als ausgleichen. Die deutsche Gastronomie konnte bisher keine Trendwende einleiten und leidet nach wie vor stärker unter der Zurückhaltung der Konsumenten als die ausländische Konkurrenz. Diese Entwicklung geht auch auf ein grundsätzlich abnehmendes Interesses der Konsumenten an der traditionellen gut-bürgerlichen deutschen Küche zurück. Bei Schnellrestaurants und Imbissen gehörten die Burger-Restaurants zu den Gewinnern ebenso wie die Bäcker und die Handelsgastronomie. Als Grund nennt die ZMP, dass die Schnellrestaurants schneller auf die Preissensibilität der Verbraucher im Zuge der Euro-Einführung reagiert haben und generell aufgrund der stagnierenden Einkommensentwicklung und der anhaltenden Arbeitslosigkeit als preiswerte Außer-Haus-Alternative eher frequentiert werden.

Gespart worden sei im vergangenen Jahr in der Gastronomie außerdem bei Getränken. Hier gingen die Bestellungen um mehr als ein Fünftel zurück. In Schnellrestaurants und Imbissen bestellten die Kunden sogar bis zu 31% seltener alkoholfreie Getränke. Gespart wurde zudem bei den Desserts. Bei Fleisch-Hauptgerichte (+6,5%) und Beilagen (+3,3%) sowie Vorspeisen (+2,2%) und Salaten (+2,1%) haben die Kunden in 2004 aber häufiger zugegriffen.


Artikel vom 06.07.2005
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