Aktuell
Die hohen Ernteerwartungen revidiert
Bauernverband rechnet bei der Getreideernte mit einem Rückgang der Erträge
Berlin (age). In allen Teilen Deutschlands rollen derzeit die Mähdrescher. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am vergangenen Mittwoch erläuterte, begann die Ernte in diesem Jahr bis zu eine Woche früher als üblich. Die anhaltend hohen Temperaturen und geringen Niederschläge ließen das Getreide schnell reifen.
Die ursprünglich hohen Ernteerwartungen würden sich deshalb nicht erfüllen, bedauerte der DBV. Besonders auf leichteren Standorten sei mit erheblichen Ertragsrückgängen zu rechnen. Dies treffe vor allem auf die neuen Bundesländer zu. Wegen der anhaltenden Trockenheit sei auch die Futterversorgung für den Winter gefährdet.
In einigen Regionen werde mit erheblichen Ertragseinbußen bei der Silagebereitung gerechnet, so dass eine ausreichende Versorgung mit Winterfutter in Frage gestellt sei. Der DBV forderte die Bundesregierung auf, von der Europäischen Kommission dringend eine Genehmigung zur Nutzung des Aufwuchses von Stilllegungsflächen zu Futterzwecken einzuholen. Grundsätzlich darf der Aufwuchs von Bracheflächen erst nach dem 31. August für die Fütterung genutzt werden. Der Bauernverband befürchtet, dass die Pflanzen durch die extreme Trockenheit bis dahin verdorrt sein werden.
Im Osten Deutschlands wurde vorige Woche bereits der Winterweizen geerntet. Eine zügige Ernte sei wichtig, da erste Bestände in die Notreife gegangen seien, so der DBV. In einigen Gebieten müsse deshalb mit empfindlichen Verlusten gerechnet werden. Insgesamt sorge die Hitze für eine rasche Abreife der Bestände, so dass in dieser Woche bundesweit mit der Weizenernte begonnen werden könne. Trockenheit und Hitze drückten auf das Ergebnis.
Winterroggen wurde bis Anfang vergangener Woche nur vereinzelt auf leichten Standorten im Osten Deutschlands gedroschen. Erste Aussagen der Landesbauernverbände lassen einen Rückgang der Erträge um 5 bis 15 Prozent erwarten.
Im Süden und Südwesten Deutschlands begann dem DBV zufolge die Sommergerstenernte. Hitze und Trockenheit der vergangenen Woche verpassten den ursprünglich positiven Prognosen spürbare Dämpfer. Zwar konnten im Süden von Rheinland-Pfalz 80 Prozent der Bestände mit durchschnittlichem Ertrag geerntet werden; die noch nicht gedroschenen Bestände dürften jedoch Ertragseinbußen bringen.
Auch der erste Winterraps wurde gedroschen. Die im Süden Deutschlands geernteten Areale von 10 Prozent der Anbaufläche ließen allerdings noch keine Aussage über die Ertragshöhe zu. In der Mitte und im Westen Deutschlands war die Rapsernte bereits weiter fortgeschritten. Die Erträge lagen dort auf Vorjahresniveau.
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