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Die Preisspirale Teil III: Hefe wird teurer

Hefeindustrie hat Rohstoffsorgen / Melasse knapp und teuer / Rübenanbau rückläufig


Stuttgart (kh). Die neue Zuckermarktordnung in der EU hat nicht nur Auswirkungen auf die Zuckerindustrie, sondern auch auf die Hefeindustrie. Bedingt durch die Reduzierung der Zuckerrübenpreise sinken die Anbauflächen in der EU. Allein in Deutschland ist die Anbaufläche für Zuckerrüben im letzten Jahr um 15 Prozent gesunken.

Vor der Einführung der neuen Zuckermarktordnung hat die Zuckerindustrie in Europa der Hefeindustrie 4bis 5 Mio. t Melasse als Nährstoff für die Hefevermehrung zur Verfügung gestellt. Nach der Reform wird diese Menge um 1 bis 1,5 Mio. t sinken. Gleichzeitig geht auch die Importmenge an Melasse zurück, von 2,3Mio. t auf rund 1,5 Mio. t im Zeitraum 2005/2006, das zumindest schätzt der Bundesverband der Hefeindustrie. Die Verknappung auf dem Melassemarkt führte bereits zu Preissteigerungen für Importmelasse von bis zu 50 Prozent. Die Preise für EU-Melasse stiegen im letzten Jahr ebenfalls deutlich, im Schnitt um 15 Prozent. Für die laufende Kampagne 2006/2007 sehen sich einige Verarbeiter Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent ausgesetzt. Auch die Bioethanolproduktion hat die Melasse als Basisprodukt inzwischen entdeckt und tritt als neuer, zusätzlicher Nachfrager auf dem Markt auf. Beispielsweise basiert in Frankreich drei Viertel der Bioethanolproduktion auf der Basis von Zuckerrüben/Melasse. Die Hefeindustrie hat es somit doppelt schwer. Zum einen ist der Rohstoff Melasse knapp, zum anderen sorgt die Knappheit für deutlich höhere Preise.

In Branchenkreisen wird mit einer Preiserhöhung bei Hefe von 10 Prozent gerechnet. Gleichzeitig sind einige Hefeproduzenten mehr als besorgt über die Rohstoffsituation. Selbst für das laufende Jahr sind noch bei weitem nicht genügend Verträge über ausreichend Melasse in trockenen Tüchern. Für die Herstellung von 1 kg Hefe ist die gleiche Menge an Melasse notwendig. Die Hefeindustrie ist auch auf der Suche nach Substituten für Melasse, aber andere Optionen unterliegen ebenfalls dem zunehmenden Druck durch Bioethanol und Biodiesel. Der Preisdruck im Rohstoffmarkt für Bäcker wird somit weiter wachsen.


Artikel vom 26.10.2006
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