Tagungen & Messen
Die MBKplus bekommt eine zweite Chance
IHM: Angebot fürs Nahrungsmittelhandwerk muss wachsen / Auch Zahl der Fachbesucher auf der MBKplus enttäuschend

Die Münchner Bio-Bäckerei Maurer, Aussteller auf der Hoga, möchte ihren Kundenstamm im Bereich der Spitzenhotellerie erweitern. Fotos: Eberhardt
Die rein auf die 7-tägige Handwerksmesse bezogene Zahl der Besucher war um 26,5 Prozent auf 205.000 gestiegen. Die 4-tägige Gastgewerbemesse Hoga, bei der sich in diesem Jahr mit MBKplus (Markplatz für Metzger, Bäcker, Konditoren) die Angebote für das Nahrungsmittelhandwerk angliederten, wurde von zirka 28.500 Interessenten besucht. Rund 400 Aussteller stellten hier in vier Hallen auf rund 30.000 qm Bruttofläche ihre Produkte und Dienstleistungen für Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung vor. Für die Veranstalter, die das Branchenevent als Impuls- und Ideengeber bezeichneten, spiegelte dies den Aufschwung im Gastgewerbe wider. Die Kooperation mit der MBKplus und der Internationalen Handwerksmesse hätte sich hervorragend bewährt, so der Nürnberger Veranstalter Afag und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband.
Das mag für das Gastgewerbe gelten. Die wenigen Aussteller, die sich auf Besucher des Nahrungsmittelhandwerks eingestellt hatten, wurden hingegen ziemlich enttäuscht. Zum einen, weil es am Anfang Schwierigkeiten gab, diese Firmen in Halle B 2, die nur über B0 zu betreten war, zu erreichen. Zum anderen auch, weil die Eintrittsmodalitäten aufgrund der unterschiedlichen Veranstalter nicht einfach zu durchschauen waren. Man musste als Besucher schon etwas Geduld mitbringen, um von den Hallen A, wo der Privatbereich, und den weiteren B-Hallen, wo das Profiangebot für Handwerksunternehmen platziert war, in den MBKplus-Bereich zu kommen. Enttäuschend war dann das branchenspezifische Angebot. Dass nur einzelne Anbieter aus der Backbranche ihren Weg nach München fanden, liegt sicherlich an der iba, dem Weltmarkt des Backens, der hier schon im Oktober 2006 stattfindet. Aber auch für Metzger und Konditoren waren nur sehr wenige Lieferanten gekommen. Als Anziehungspunkt hätte sich vielleicht das Lebensmittelforum in Halle B2 erweisen können – doch selbst hier fanden die meisten Vorträge vor leeren Stuhlreihen statt.
Für die Besucher aus dem Nahrungsmittelhandwerk, die den Weg in die vorderen B-Hallen fanden, gab es allerdings auf der Hoga einiges zu sehen. Vor allem Cafébetreiber konnten sich über neue Inneneinrichtung informieren. Groß war zudem die Auswahl an schönen Dekorationen fürs Café, an edlem Porzellan und an stilvoller Tischdekoration. Vertreten waren zudem Bäckereien, die ihre hochwertigen Produkte – „Bio“ frisch oder tiefgekühlt – für die Hotellerie herstellen. Und was die Zulieferer aus dem Bereich Tiefkühlbackwaren, süße Desserts, Gastro-Backöfen oder Convenience anboten, stellte manche Backstube in den Schatten. Das Programm ging von klassischen gefüllten Waffeln über Semmeln im Fußballdekor bis hin zum intelligenten Backautomaten, der auf einen Knopfdruck das gewünschte Produkt herstellt und dabei die Schokoladen- von der Fruchtfüllung im Hörnchen berücksichtigt.
Die Hoga jedenfalls konnte von der Integration der MBKplus mit dem Fachbereich für Bäcker, Metzger und Konditoren profitieren. Afag-Geschäftsführer Heiko Könicke und Franz Reisbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM, werten die erstmalige Kooperation in ihrer abschließenden Messebilanz als Erfolg. Man wolle daher auch in Zukunft an dieser Kombination festhalten.
Damit der Marktplatz für das Nahrungsmittelhandwerk eine Zukunft bekommt, bleibt zu hoffen, dass sich mehr Aussteller für eine Teilnahme zur MBKplus in 2007 in München entscheiden. Allerdings muss man es auch schaffen, dass sich die Zahl der Fachbesucher deutlich erhöht.
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