Der ABZ – Tipp der Woche
Die Konkurrenz im Auge behalten
In der guten alten Zeit stand gleich neben der Dorfkirche eine Bäckerei. Sie war die Einzige weit und breit und versorgte die gesamte Ortschaft mit Backwaren. Ohne Konkurrenz tat sich der damalige Zunftkollege wahrscheinlich ein wenig leichter als wir heute. Um besondere Kundenwünsche brauchte sich dieser Monopolist damals nicht zu scheren. Warum auch? Die Kunden mussten sich mit seinem Angebot begnügen, ob sie nun wollten oder nicht. Wohin hätten sie denn auch ausweichen sollen, wenn ihnen etwas nicht gepasst hätte? Dem Bäcker war es damals selbst überlassen, wie gute oder wie schlechte Backwaren er anbot und wie gut oder miserabel schlecht er diese verkaufte. Es war seine Sache, ob sein Geschäft blitzblank sauber oder ob er als notorischer Schmutzfink bekannt war.
Insofern ist das Geschäft heute ein gehöriges Stück schwerer geworden. Heutzutage gibt der Kunde den Ton auf dem Markt an. Die Zahl der Backwaren – Anbieter ist deutlich gestiegen und auch die Mobilität der Kundschaft. Bei Unzufriedenheit mit Bäcker A wird eben künftig der Bäcker B angesteuert, der seine Sache ein wenig besser macht. So einfach ist das! Aber wenn das nun einmal so ist, dann sollte jeder Betreiber seine Mitbewerber auch wirklich kennen. Er sollte wissen, was die Anderen tatsächlich besser machen und woran man selbst noch arbeiten muss.
So selbstverständlich sich eine solche Marktbeobachtung anhört, so selten wird sie aber in der Praxis durchgeführt. Eine erschreckend hohe Zahl von Bäckern hat keinen direkten Einblick auf die direkte Konkurrenz. Man weiß nicht so genau, wie gut oder schlecht der Mitbewerber eigentlich ist, welches Sortiment er mit welcher Preisgebung anbietet, oder welches Marketingkonzept er fährt. Nur vage und nur durch irgendwelche Legenden aus dritter Hand hat man sich ein Bild über den Konkurrenten gebastelt – Genaues aber weiß man nicht! Klar, dass man sich mit einem solchen Wissensstand oft kolossal verschätzt: Der eine Bäcker überschätzt sich total und redet seine Konkurrenz in Grund und Boden. Er hat dann aber das Nachsehen, wenn er mit dieser Haltung gar nicht mitbekommen hat, wie er vom Mitbewerber längst überholt worden ist. Und der andere Bäcker überschätzt die Konkurrenz. Ihm ist noch gar nicht aufgefallen, dass sein Mitbewerber einige Schwachstellen aufweist, bei denen man bei der eigenen Kundschaft mächtig punkten könnte.
So gesehen ist dringend zu empfehlen, sich regelmäßig und höchstpersönlich ein wahres Bild über den Markt und die Wettbewerber zu machen. Man muss als Unternehmer schon selbst objektiv überprüfen, wo man denn aktuell steht.
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Tel. 07143 961411
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