kolumne

Den fachlichen Horizont erweitern


Das Wandern ist des Bäckers Zukunft!

Der Jahreswechsel ist bei vielen Menschen Anlass, eine Planung für das kommende Jahr vorzunehmen. Dabei sollte man sich auch die Frage stellen, ob eine berufliche Weiter- oder Fortbildung notwendig ist und wo man sein Wissen erweitern kann.

In früheren Zeiten war es Vorschrift, nach der Gesellenprüfung eine Zeit der Wanderschaft vor der Meisterprüfung zu absolvieren. Leider wird diese Pflicht der auswärtigen Weiterbildung heute nicht mehr vorgeschrieben und somit unterbleibt auch die Erweiterung des Wissens über die Herstellung von Backwaren in anderen Regionen.

Auch nach meinen eigenen Erfahrungen hat sich der Mut, außerhalb der gewohnten Umgebung eine Arbeit aufzunehmen, als sehr vorteilhaft bewiesen. Ich habe nach meiner Lehrzeit im Norden einige Jahre in München gearbeitet und dort in den Konditoreien und an der Meisterschule sehr viel gelernt. Die dort gemachten Erfahrungen haben meine weitere berufliche Laufbahn positiv geprägt.

Für die Weiterbildung muss man aber nicht unbedingt in einem auswärtigen Betrieb arbeiten, auch der Besuch eines Kurses an einer Fachschule weit entfernt der Heimat kann den Horizont und das fachliche Wissen entscheidend bereichern.

Ich denke insbesondere an Aufenthalte in Frankreich, Österreich und der Schweiz. Wenn man nicht so sprachgewandt ist, dann bieten diese Länder (in Frankreich besonders das Elsass) sehr gute Möglichkeiten, in den Betrieben, aber auch besonders in den dortigen Fachschulen viele neue Erkenntnisse zu erwerben. Erkenntnisse, die einen Wissensvorsprung gegenüber den Daheimgebliebenen garantieren.

Nicht nur die Backwaren in diesen Ländern unterscheiden sich von den in Deutschland angebotenen, auch die Art der Herstellung ist oft anders. Es gibt aber ebenso viele vergleichbare Produkte, bei denen andere Vorteige verwendet, bei denen die Teige länger und langsamer geknetet oder mit anderen Maschinen aufgearbeitet werden. Ich habe bei meinen Besuchen in diesen Ländern sehr gelernt.

Denken Sie doch einmal über einen Aufenthalt zur Fortbildung im Ausland nach. Lassen Sie sich inspirieren von den dort praktizierten Herstellungsmethoden, nutzen Sie die Chancen.

Auch wenn wir Deutsche das Gefühl haben, Weltmeister bei der Backwarenherstellung zu sein, sieht man schnell auf allen Kontinenten, dass die österreichische, die französische und auch die schweizerische Bäckerei dort viel stärker vertreten sind, als die deutsche. Dieser Erfolg bei den Menschen in aller Welt spricht für sich.

Besuchen Sie Lehrgänge auch bei unseren Nachbarn, dort wird die Weiterbildung exzellent durchgeführt. Profitieren von dem profunden Fachwissen unserer Kollegen in Österreich, Frankreich und der Schweiz. Machen Sie sich auf den Weg zur Sicherung Ihrer Zukunft in der Branche.


Artikel vom 05.01.2006
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