INTERVIEW

Das Wichtigste sind zufriedene Mitarbeiter


Jürgen F. Baur ist mit seiner Familie Inhaber von „aran-Brotgenuss und Kaffeekult“. Nach dem Start 1999 in Rosenheim wurde das Konzept zuerst drei Jahre persönlich getestet. Nach erfolgreicher Testphase entstanden 2003 die Franchise-Zentrale, das aran-Haus, mit einem weiteren, individuellen Laden in Rosenheim und bis heute weitere 5 aran-Läden mit Franchise-Partnern in Ravensburg, München, Landshut und Garmisch-Partenkirchen. Erste internationale Läden folgen 2005 in Dubai und weitere 5 Läden in Deutschland

ABZ: Was hat Sie zu „aran“ inspiriert?

Jürgen F. Baur: „aran“ ist ein sehr alter, keltischer Name für Brot. Brot ist eines der ältesten Lebensmittel der Welt. Seit mehr als 8000 Jahren wird es gebacken. Unsere Überlegung war, dass wir den Kunden etwas ursprüngliches bieten mit höchstem Genuss.

Wir waren im Brotmuseum in Ulm. Ich habe mir in einer Münchner Buchhandlung alle Bücher gekauft, die mit Brot zu tun haben. Spätestens dann habe ich gemerkt, dass die Ursprünglichkeit bei vielen Broten schon verloren gegangen ist.

Denn ich bin im Schwarzwald direkt neben einen Dorfbackhaus groß geworden und habe miterlebt, wie die Frauen ihr Brot selber gebacken haben. Spätestens dann, wenn man viel unterwegs ist, vermisst man Familie und das gute Brot.

Die Mehrzahl der Bäcker heute geht meiner Meinung nach zu sehr in die Breite, statt in die Tiefe. Wir bieten in unseren Läden ein Brot an, dass ohne Maschinen auf natürliche Weise mit einer mehrstufigen Sauerteigführung hergeführt wurde. Gebacken wird es im Holzofen.

Das dieses Konzept ankommt, können wir täglich messen. Auch das ist etwas schönes, das man nicht in jeder Branche hat. In der Textilbranche dauert es zum Beispiel rund 1½ Jahre von der Entscheidung für ein Produkt bis hin zu messbaren Ergebnissen.

ABZ: Wer bäckt dieses Brot für Sie?

Jürgen F. Baur: Wir lassen das Brot gegenwärtig von zwei Bäckereien nach unseren Vorgaben backen. Von dort wird es direkt in die Läden geliefert. Wir sehen unsere Aufgabe im Verkauf und in der Dienstleistung.

So ist es auch mit den anderen Produkten. Vom Kaffee, den wir aus Italien beziehen, bis hin zu den Brotaufstrichen, wird nach unseren Vorgaben produziert. Wir sind immer auf der Suche nach weiteren Lieferanten, die unsere Philosophie mittragen.

ABZ: Welche Philosophie haben Sie?

Jürgen F. Baur: Einen Teil der Philosophie kennen Sie schon. Das sind unsere ursprünglichen Produkte. Das alleine genügt natürlich nicht. Wir haben ein ganzes Konzept daraus gemacht. Wenn ich in einem unserer Gästebücher lese, dass ein Kunde schreibt, er fühle sich bei uns im Laden wie daheim, dann weiß ich, unser Konzept wird positiv erlebt.

Das Leben wird zunehmend immer hektischer. Hier bei uns im Laden wollen wir den Kunden ein Stück weit heraus führen. Wichtig ist dabei zum einen der Selbstbedienungsgedanke. Der Kunde muss nur einmal warten und bekommt alles, was er wünscht. Den Rest seiner Zeit kann er genießen. Im traditionellen Lokal mit Bedienung muss der Gast bis zu elfmal warten.

Selbstbedienung schließt gute Dienstleistung nicht aus. Im Tresenverkauf sind wir in der Lage, individuell und schnell auf Kundenwünsche einzugehen. Jeder bekommt sein Produkt auf individuelle Wünsche abgestimmt.

ABZ: Wie schaffen Sie es, dies dann in der Praxis umzusetzen?

Jürgen F. Baur: Wichtigster Erfolgsfaktor sind zufriedene Mitarbeiter und in der Folge zufriedene Kunden. Ein unzufriedener Mitarbeiter kann kein guter Dienstleister sein.

In keinem unserer Läden haben
wir Probleme in der Personalbeschaffung. Wer sagt, er findet keine gu-
ten Mitarbeiter, der macht etwas falsch. Ein gutes Team zieht immer weitere gute Mitarbeiter an.

Erreicht wird diese hohe Mitarbeiterzufriedenheit einerseits durch positive Arbeitsbedingungen, aber auch durch gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung der individuellen Leistung.

ABZ: Was erwarten
ten Sie von Ihren Franchise-Nehmern?

Jürgen F. Baur: Wir erwarten in erster Linie eine hohe soziale Kompetenz. Das Verhalten zu Mitarbeitern, Kunden und Partnern muss offen, ehrlich und hilfsbereit sein.

Fleiß und Freude an der Arbeit zeichnen unsere Partner und Mitarbeiter aus.

Um dies herauszufinden laden wir mögliche Kandidaten auch zu einem sogenannten „Schürzentest“ ein. Erst hinter dem Tresen erkennt ein Franchise-Interessent die Herausforderung einer außergewöhnlichen Dienstleistung.

Zudem muss der Franchise-Nehmer auch ein gutes kaufmännisches Verständnis mitbringen. Ohne diese Grundlage geht es heute nicht.

Dann macht jeder das, was er am besten kann. Wir haben nach dem „Sauerteig-Prinzip“ ein gutes, einfaches Konzept ausgearbeitet und die Wege gebahnt.

Der Franchise-Partner dient mit aran seinen Kunden und erhält dafür eine mittelständische, erfolgreiche Existenz. Alle sind dabei Gewinner.


Artikel vom 16.06.2005
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