Trends & Märkte
Das Preisniveau wird nach oben gehen
Die BVE erwartet einen deutlichen Anstieg der Lebensmittelpreise
Berlin (age). Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erwartet deutliche Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Die Verbraucher müssten sich darauf einstellen, dass die Lebensmittelpreise in den nächsten Wochen deutlich anzögen, erklärte die BVE am vergangenen Freitag in einer Presseverlautbarung.
Die Ernährungsindustrie könne die enormen aktuellen Kostensteigerungen nicht durch Einsparungen an anderer Stelle ausgleichen. Die gestiegenen Energiepreise belasteten die Unternehmen ohnehin zusätzlich im Produktions- und Logistikbereich. Erhöhungen der Abgabepreise an den Lebensmittelhandel seien daher unumgänglich. Die BVE betonte, die notwendigen Preisanpassungen stünden jedoch nicht in Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007. Die meisten Lebensmittel würden nur mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent belastet und dieser bleibe unverändert. Ein Blick auf die langjährige Verbraucherpreisentwicklung bei Lebensmitteln zeigt laut BVE zudem, dass die Preissteigerungen bei Lebensmitteln in aller Regel deutlich unter der Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus zurückbleiben. Im Übrigen sei das Preisniveau für Lebensmittel in Deutschland das niedrigste in Europa.
Der BVE zufolge leidet die Ernährungsindustrie unter stark gestiegenen Preisen für landwirtschaftliche Rohwaren wie Schweinefleisch, Obst, Gemüse und Kartoffeln. Die sieben Wochen anhaltende Hitzeperiode in Deutschland und die durch die Fußball-Weltmeisterschaft und die Grillsaison stark gestiegene Verbrauchernachfrage hätten zu Engpässen und enormen Preissteigerungen bei den Rohwaren geführt. Für Schlachtschweine seien die Preise in den vergangenen Monaten um mehr als 20 Prozent gestiegen; bei einzelnen Obstsorten hätten die Verteuerungen bis zu 90 Prozent betragen. Auch für die Kartoffelverarbeitung bestünden keine guten Aussichten, stellte die BVE fest. Die Ernteausfälle von bis zu 30 Prozent und nicht ausreichende Qualitäten würden auch diesen Rohstoff, zum Beispiel für die Pommes-frites-Herstellung, knapp und teuer machen.
Der Preis der Rohwaren mache in vielen Branchen der Lebensmittelverarbeitung den größten Anteil an den Produktionskosten aus. So könne er in einzelnen Branchen 60 Prozent oder sogar bis 80 Prozent betragen. Die Ertragssituation in den Unternehmen reagiere daher sehr empfindlich auf Preisausschläge bei den Rohwaren.
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