Aktuell

Das Ende des deutschen Bio-Siegels

Einheitliche Regeln für Europas Öko-Produkte / Künftig EU-Öko-Logo


Brüssel (ke). Die EU-Agrarminister haben sich auf die Grundzüge einer neuen Öko-Verordnung verständigt. Demnach werden Bio-Lebensmittel künftig das EU-Öko-Logo tragen. Anders als bislang diskutiert, muss es allerdings nicht das einzige Siegel bleiben: So dürfen Anbauverbände ihre Zeichen weiter verwenden und damit dem Verbraucher einen höheren Standard signalisieren. Das deutsche Bio-Siegel aber hat ausgedient. Bis Dezember 2006 hatten 1843 Unternehmen die Nutzung des Bio-Siegels für 34.638 Produkte angezeigt.

Verbände wie zum Beispiel Bioland oder Demeter dürfen ihr Qualitätszeichen weiter verwenden und damit dokumentieren, dass sie strengere Maßstäbe an die zertifizierten Lebensmittel anlegen, als es die EU-Standards vorschreiben. Dennoch gibt es weiter Kritik an der EU-Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln, wie sie in der jetzigen Verordnung, über die im März endgültig entschieden wird, vorgesehen ist: So kritisiert der Bundesverband Naturkostwaren BNN, dass der bisherige Schutz des Begriffs „Bio“, der allein für ökologisch erzeugte Lebensmittel reserviert war, aufgeweicht wird. Es sei unklar, ob das alte Schutzniveau dieses Wortteils aufrecht erhalten bleibe.

Unklarheit bestehe weiterhin auch bei der Qualität von Öko-Lebensmitteln aus Drittländern: Der BNN sowie der Deutsche Bauernverband sprechen von „unpräzisen“ Formulierungen sowie von „erheblichen Risiken in der Qualität und Sicherheit“ von Importware.

Der Bauernverband wirft der EU zudem vor, in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der WTO eine weit reichende Marktöffnung zu betreiben. Nachdem das Europaparlament erst Ende Februar zu der Verordnung Stellung nimmt, sind außerdem Änderungen nicht ausgeschlossen, vor allem bei der besonders umstrittenen Frage der Grenzwerte für die unabsichtliche Verunreinigung von Bio-Produkten mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO).


Artikel vom 04.01.2007
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 04.01.2007:

Keine raschen Fortschritte
Risiko selbst abschätzen
Milch und Butter rückläufig
Die Leere des Raumes
Kaffee ist der Mega-Bestseller der Zukunft
Thema „Sandwich-Design“
Bio-Branche setzt auf Gesundheit und Genuss
Vielseitiges Rahmenprogramm geboten
Discounter verlieren Kunden
Schokolade ist buchstäblich in aller Munde

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!