Tagungen & Messen

Das Einkaufen zum Erlebnis machen

Internorga: Nicht nur bei Bio-Backwaren ist noch Wachstumspotenzial vorhanden


Hamburg (p). Gesundheitsbewusste Ernährung liegt im Trend. Entsprechend steigt die Nachfrage nach so genannten Bio-Produkten. Davon profitieren zunehmend auch Bäckerei- und Konditoreibetriebe. Einen umfassenden Überblick über neue Produkte, weitere aktuelle Trends und Entwicklungen in der Branche bietet die Internorga in Hamburg. Die Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien öffnet ihre Tore vom 3. bis 8. März auf dem Hamburger Messegelände.

Etwa 50 Prozent der Verbraucher kaufen entweder regelmäßig oder gelegentlich Öko-Produkte ein. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) Ende vergangenen Jahres veröffentlicht hatte. Brot und Backwaren werden nach Angaben des Ministeriums von fast 30 Prozent der Verbraucher gekauft. In harten Zahlen: Mit ökologischen Backwaren und Getreideerzeugnissen wird ein Jahresumsatz von rund 350 Millionen Euro, erzielt, die Hälfte davon in handwerklichen Bäckereien. Weiteres Wachstumspotenzial ist reichlich vorhanden: Gegenwärtig besitzen acht Prozent aller in Deutschland verkauften Brote, drei Prozent aller Brötchen und vier Prozent der Kuchen und des Gebäcks Öko-Qualität.

Zeit arbeitet für Bio-Anbieter

Zu den eifrigsten Kunden in Öko-Bäckereien gehören laut BMVEL-Umfrage pensionierte Ehepaare (20 Prozent), ältere, berufstätige Familien ohne Kinder (15 Prozent) sowie Single-Haushalte. Daraus folgert das Ministerium, dass die Zeit für die Bio-Anbieter arbeitet – Dank der demographischen Entwicklung. Denn die Zahl der Bevölkerungsteile, die am meisten Bio-Produkte konsumieren, wie Singles und Familien ohne Kinder, nehme zu. Durch rückläufige Geburtenrate und steigende Lebenserwartung wachse der Anteil jener Kundengruppen überproportional, die für die größte Nachfrage im Öko-Bereich verantwortlich sind.

Den Aufwind am Öko-Markt stellen mittlerweile viele Bäcker auch in der Praxis fest. Der Hamburger Wolfgang Springer ist einer von ihnen. Aus seinem über 100 Jahre alten Traditionsbetrieb verschwanden 1998 konventionelle Produkte komplett. Was zuerst wie ein Irrweg aussah und durch zweistellige Umsatzeinbrüche beinahe in der Insolvenz endete, hat sich mittlerweile als Erfolgsweg erwiesen.

Springer verkleinerte seine Angebotspalette und trennte sich beispielsweise schnell von Torten, die mit Bio-Sahne zubereitet werden. Neben Broten und Brötchen hat er inzwischen lediglich Butter- und Streuselkuchen, Mandeltaler und nach Jahreszeit Stollen und Weihnachtsgebäck im Programm. Ergänzt wurde dies durch eine Umorientierung bei den Filialen im Hinblick auf Lage und Ausstattung. „Wir möchten für unsere Kunden das Einkaufen zum Erlebnis machen, mit dem Laden die Sinne ansprechen, sei es durch die Einrichtung aus Massivholz, den Jahreszeiten gemäße Dekoration oder individuelle Wandgemälde“, so Springer. Hinzu kommt Verkaufspersonal, das nicht nur immer ein Lächeln für die Kunden übrig habe, sondern fachlich absolut kompetent sei. So bedienen bei Springer unter anderem Bäckermeister und Ernährungsberaterinnen. Lohn der Mühe und des Risikos: Wachstumsraten von mehr als zehn Prozent.

„Bio“ auch mit Convenience

Die Ausrichtung auf den Bio-Markt vollziehen nicht nur kleinere handwerkliche Betriebe. Auch die Produzenten von Convenience-Spezialitäten folgen diesem Trend. So präsentiert die Firma Schedel auf der Internorga gleich acht Neuheiten. In dem Unternehmen vollzieht sich der gesamte Herstellungsprozess nach ökologischen Gesichtspunkten und sämtliche Rohstoffe stammen aus ökologischem Anbau. Auf der Internorga sind Innovationen aus dem süßen Bereich ebenso wie aus den Produktgruppen Brötchen und auch Brote zu sehen.

Internorga:

Hamburg Messegelände

13 Hallen

Freitag, 3. März bis

Mittwoch, 8. März

Täglich von 10 bis 18 Uhr

Rund 950 Aussteller

www.internorga.de

Angebote für das Bäckerhandwerk sind konzentriert in den

Hallen 3 EG, 4 und 5.


Artikel vom 23.02.2006
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 23.02.2006:

Großhandel ist positiv gestimmt
Nachfolgebörse kompakt
GVO-Gesetz zieht sich hin
Anstieg der Preise beschleunigt sich
Bindeglied zwischen Forschung und Praxis
Der Dienstleistungsrichtlinie zugestimmt
Keine Zukunft für die örtliche Innung?
Wertvolle Einzelstücke verkaufen
Innung wird Flagge zeigen
„Kleine Back-Ideen“

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!