Aktuell
DON-Gehalte: Fusarien im Sinkflug
Schimmelpilzgifte in Getreide rückläufig / Bundesinstitut für Risikobewertung sieht Erfolg des Maßnehmenkataloges
Berlin/Stuttgart (kh). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet das Risiko der Kontamination von Getreide mit dem Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON) für das laufende Getreidejahr als sehr gering.
In den Jahren 2001 bis 2004 wurden mehr als 5000 Lebensmittel auf ihren DON-Gehalt hin untersucht.
Hohes Problembewustsein
Die Landwirte und vor allem die Mühlen beweisen, sicher auch als Folge der Problemjahre 1998 und 2002, ein hohes Problembewustsein. Neben Kontrollen im Vorfeld der Ernte und bei der Getreideannahme, ist auch die Analytik in den letzten Jahren deutlich verbessert und verfeinert worden.
Für das laufende Jahr ist mit keiner großen Fusarienproblematik zu rechnen, diese Meinung vertritt auch die Bundesforschungsanstalt in Detmold. Allerdings sollte man das Problem nicht verdrängen, denn auch wenn im Durchschnitt keine hohen DON-Werte feststellbar sind, so gibt es dennoch einzelne Partien, die stark belastet sind. Als wenig hilfreich hat sich der von der EU beschlossene Grenzwert für DON-Gehalte erwiesen. Dieser Wert, obwohl zu Zeiten einer grünen Ernährungsministerin erlassen, ist für die Mühlen eindeutig zu hoch. Geht man in Brüssel davon aus, dass DON-Werte von 1250 Mikrogramm als Grenzwert die richtige Wahl im Sinne des Verbraucherschutzes sind, so haben sich weite Teile der Mühlenindustrie auf einen Grenzwert von 750 Mikrogramm eingeschossen. Grund dafür ist in erster Linie, dass man sich vor Problemen der Weiterverarbeiter schützen will. Im Falle eines Lebensmittelskandals wäre der Schaden für den Produzenten und dessen Marke so hoch, dass man dieses Riskio nicht eingehen möchte.
Problemkind Hartweizen
Während der Mykotoxingehalt im Weichweizenbereich nicht zuletzt auch aufgrund der Präfentionsmaßnahmen der Landwirte, wie veränderte Fruchtfolgen und veränderte Sortenpräferenz, seit Jahren rückläufig ist, sieht es beim Hartweizen noch etwas anders aus.
Hartweizen wird weniger in der Bäckerei, vor allem aber zur Produktion von Nudeln eingesetzt. Die Maximalwerte bei den Untersuchungen lagen zwischen 2000 und 3000 Mikrogramm pro Kilogramm. Dennoch ist die Belastung mit DON natürlich sehr stark von den Verzehrsgewohnheiten abhängig. Ein mehr an Produkten mit potenziell hohem DON-Gehalt bedeutet auch eine potenziell höhere Aufnahme der Pilzgifte. In Deutschland tragen nach Berechnungen des BfR Brot und Brötchen die Hälfte des Kontaminationpotenzials an Pilzgiften. Vor allem bei Kindern ist die Aufnahme von Pilzgiften über die Nahrung vergleichsweise hoch. Untersuchungen zeigen, dass die Aufnahme von DON bei vier- bis sechsjährigen Kindern zwischen 0,7 und 1,89 Mikrogramm pro kg Körpergewicht am Tag lage.
Die von der EU festgesetzten Grenzwerte von 1750 Mikrogramm DON-Gehalt für unverarbeiteten Hartweizen und von 750 Mikrogramm für Teigwaren sind vielen noch deutlich zu hoch. Um eine Gefährdung der Verbraucher gänzlich ausschließen zu können, strebt das BfR eine Reduzierung der DON-Gehalte auf unter 100 Mikrogramm von Brot, Brötchen und Teigwaren an.
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