Meinung
Charmant, sympathisch und werbewirksam im Einsatz
Brezelkönigin und Brezelprinzessin als Sympathieträgerinnen des Bäckerhandwerks

Georg Strohmaier, Obermeister der Bäckerinnung Ludwigsburg/Rems-Murr und Landesbeauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des LIV Württemberg.
ABZ: Was waren ihre Beweggründe, eine Brezelkönigin zu initiieren?
Georg Strohmaier: Es ging mir vor allem darum, eine Sympathieträgerin für das Bäckerhandwerk zu schaffen, die das Image der Branche fördert. Das funktioniert ja auch in anderen Branchen, die mit ihren Hoheiten die Medien regelmäßig auf den Plan rufen.
Eine gute Idee, die von den Kollegen sicher positiv aufgenommen wurde?
Strohmaier: Ganz so war es nicht. Anfänglich herrschte eine gewisse Skepsis. Man hatte Bedenken, ob man ausreichend gute Kandidatinnen animieren könnte, sich zu bewerben. Außerdem ist die drohende Abwesenheit der gewählten Kandidatinnen auch eine Belastung für die Betriebe. Das kommt auch nicht bei jedem gut an.
Und, haben sich diese Bedenken bestätigt?
Strohmaier: Der Anfang war erwartungsgemäß etwas schleppend. Aber jetzt, nach neun Jahren gibt es einen gewissen Bekanntheitsgrad und allseits positive Erfahrungen. Bei der letzten Wahl zur Brezelkönigin hatten wir wieder buchstäblich die Qual der Wahl. Es war erfreulich, wie viele gute Kandidatinnen am Start waren. Erfreulich ist auch, wie die Unternehmen ihre Kandidatinnen unterstützen. Das zeigt, dass die Kollegen begriffen haben, dass der Betrieb, aus dem die gekürte Kandidatin kommt, aber auch das gesamte Bäckerhandwerk vom Einsatz der Brezelkönigin profitieren.
Worin besteht denn der Nutzen im Zusammenhang mit der Brezelkönigin?
Strohmaier: Sie sorgt mit ihrem Auftritt bei Firmenjubiläen, Brotmärkten, Messen und sonstigen Veranstaltungen regelmäßig für Aufsehen und macht so Werbung für das Bäckerhandwerk. Außerdem ist das häufig Anlass für die Lokalpresse, an prominenter Stelle und mit etwas größeren Berichten über die jeweiligen Ereignisse zu berichten – mit nachweislich gutem Werbeeffekt. Wir haben jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass die Presse bei manchen Veranstaltungen nur dann vor Ort ist, wenn die Brezelkönigin auftritt.
Was sind die Anforderungen an eine gute Kandidatin?
Strohmaier: Sie sollte ihren Beruf lieben und das auch im Umgang mit der Öffentlichkeit auf sympathische Weise zum Ausdruck bringen. Dazu gehört natürlich Charme, ein souveräner Auftritt und ein gewisses Kommunikationstalent, um den Leuten unsere Branche und ihre Produkte schmackhaft zu machen.
Eigentlich müsste jeder Betrieb Brezelköniginnen und -prinzessinnen an der Theke beschäftigen.
Strohmaier: Stimmt. Dann würde das Geschäft richtig brummen. Der Auftritt der Brezelkönigin soll aber auch ambitionierte junge Leute animieren, das Bäckerhandwerk als Berufssparte mit anspruchsvollen Perspektiven wahrzunehmen. So gesehen praktiziert die Brezelkönigin auch Nachwuchswerbung.
Werden denn die Hoheiten in ausreichendem Maße gebucht und genutzt?
Strohmaier: Die Brezelkönigin wird übers Jahr schon recht oft gebucht. Aber es dürfte im Interesse des Bäckerhandwerks und der Betriebe schon noch etwas mehr sein – gerade mit Blick darauf, dass hier mit überschaubarem finanziellen Aufwand ein großer Werbeeffekt erzielt werden kann. Ich kann an meine Kollegen nur appellieren, diese Chance zu nützen und die beiden Hoheiten beim Landesinnungsverband rechtzeitig zu buchen!
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