Branche_Politik

Chancen gezielt nutzen

„Saxonia“-Mitgliederversammlung: Ureigenste Stärken des Handwerks noch besser herausstellen / Wolfgang Lang wird Ehren-Obermeister


Chemnitz (ps). Vor völlig neuen Herausforderungen sieht Sachsens Landesobermeister (LOM) Michael Wippler das Bäckerhandwerk nicht nur im östlichsten Freistaat der Bundesrepublik. „Noch ist die Finanz- und Wirtschaftskrise in unseren Fachgeschäften zum Glück noch nicht angekommen. Doch wenn das verfügbare Einkommen der Bevölkerung weiter zurückgehen sollte, werden wir das nicht zuletzt auch an unseren Ladentheken zu spüren bekommen.“

„Dennoch bin ich gerade in der jetzigen Zeit, in der die Wertpapiere auf den Wert ihres Papiers zurückfallen, froh und stolz, Bäcker zu sein, denn wir produzieren Sachwerte“, betonte Wippler auf der 19. Jahres-Mitgliederversammlung des Landesinnungsverbandes Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen im Hotel „Thüringer Hof“ in Chemnitz.

Nach wie vor habe das Bäckerhandwerk das Heft des Handelns selbst in der Hand. Die Handwerksmeister sollten sich noch mehr als bisher auf ihre ureigensten Stärken wie hohe Qualität, absolute Frische und regionale Vielfalt der handwerklich hergestellten Produkte, freundliche Bedienung sowie umfassende und kompetente Beratung der Verbraucher besinnen und sie noch stärker in die Waagschale werfen. „Dann haben wir exzellente Chancen, selbst wenn wir zugleich größeren Risiken als zuvor gegenüberstehen, uns am Markt zu behaupten“, unterstrich Wippler.

Dabei sei der einzelne Bäckermeister keineswegs auf sich allein gestellt, sondern er wisse die sächsische Bäckerfamilie hinter sich, deren Gemeinschaftssinn den Einzelnen stärkt und ihm Mut macht. „Gerade jetzt wird besonders deutlich, dass nur Einigkeit stark macht und der Zusammenschluss des Bäckerhandwerks in Innungen, Landesverbänden und im Zentralverband notwendiger ist als je zuvor , ermunterte Wippler die Vertreter der knapp 900 sächsischen Mitgliedsbetriebe zur Bündelung ihrer Kräfte, aber auch ihrer Forderungen gegenüber der Politik.

„Zu einer erfolgreichen Lobbyarbeit gehört aber auch eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Nur mit einer Verbesserung unseres Ansehens in der Öffentlichkeit können wir die Bindung unserer Kunden an ihren Bäckermeister erhalten und festigen, damit sie uns auch weiterhin die Treue halten und erkennen, dass der handwerkliche Backbetrieb mit seiner Produktion nicht nur ein wichtiger Bestandteil der regionalen Stoffkreisläufe ist, sondern auch als Arbeitgeber und Steuerzahler in der und für die Region fungiert.“

In diesem Zusammenhang begrüßte Wippler die ab dem Jahre 2010 geplante Werbekampagne für das Handwerk unter dem Motto „Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“, deren Inhalt und Ziele die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Chemnitz, Ingeborg Schöne, den Delegierten vorstellte.

Weiter konnte LOM Michael Wippler den langjährigen Obermeister der Bäckerinnung Aue-Schwarzenberg, Wolfgang Lang, zum Ehren-Obermeister ernennen. Darüber hinaus wurde Bäckermeister Wolfgang Meyer aus Chemnitz, maßgeblicher Initiator und Organisator der Festlichkeiten zum 600-jährigen Bestehen der Chemnitzer Bäckerinnung, mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbandes ausgezeichnet. Auch der Chemnitzer Innungsvorstand bedankte sich ausdrücklich bei Wolfgang Meyer für seine Ideen und sein unermüdliches Drängen, ohne die es diese Bäcker-Fest-Woche sicherlich kaum gegeben hätte.

In seinem Grußwort gratulierte Steffen Flath, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, der Bäckerinnung Chemnitz zu ihrem 600-jährigen Bestehen, deren Feierlichkeiten mit Brotmarkt, Festumzug und Feierstunde die Mitgliederversammlung eingeleitet hatten. Mit Blick auf das „Wahljahr 2009“ ging Flath auf das Programm seiner Partei ein und betonte, „dass sich Leistung wieder lohnen muss in unserem Land“, was die Delegierten mit Beifall quittierten. Ebenso wohlwollend nahmen sie die sehr emotional vorgetragenen Worte von Sachsens Landespolizeipräsident Bernd Merbitz auf, der ausführlich über die „Sicherheitslage in Sachsen“ als wichtige Rahmenbedingung sprach.


Artikel vom 19.05.2009
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