Trends & Märkte

Brot- und Pastapreise steigen europaweit

Auswirkungen der Getreidepreise auf Pasta und Brot werden unterschiedlich beurteilt


Österreich (p). „Die Briten werden mehr für ihren Frühstückstoast ausgeben müssen und die Italiener mehr für ihre abendlichen Spaghetti.“ So formuliert die Nachrichtenagentur Reuters die europaweiten Folgen der engen Getreidemärkte mit steigenden Rohstoffpreisen. Die Weizenweltmarktpreise befinden sich nach schlechten Ernten und steigendem Verbrauch für Verfütterung und teilweise auch Biokraftstoffgewinnung auf einem mehr als Zehnjahres-Hoch. Der europäische Weizenpreis habe Reuters zufolge in den letzten drei Monaten von 130 auf 190 Euro pro t angezogen. Aus österreichischen Mühlenkreisen hieß es kürzlich, „die gravierende Preissteigerung beim Weizen macht umgehend eine deutliche Erhöhung des Mehlpreises notwendig“.

Brot- und Pastahersteller quer durch Europa sagten nun, sie müssten diese Kosten an die Verbraucher weiter geben. Der für Landwirtschaft zuständige Partner des Wirtschaftsberaters Deloitte, Mark Hill, äußerte gegenüber Reuters zwar, dass die Preise für Lebensmittel steigen würden, relativiert aber, die Auswirkung des um 50 Prozent gestiegenen Weizenpreises in Großbritannien auf den Brotpreis sei „moderat“, weil die Kosten des Weizens „nur“ 10 Prozent des Brotpreises ausmachten. Laut französischer Weizenproduzentenvereinigung AGBP schlage sich die Weizenpreissteigerung des letzten halben Jahres auf den Verbraucherpreis eines Baguettes mit 1,2 Cent nieder. Der österreichische Bauernbund-Nationalratsabgeordnete Jakob Auer wies darauf hin, dass hierzulande eine Verdoppelung des derzeitigen Brotgetreidepreises eine Brotpreiserhöhung im Handel um etwa 3,5 Prozent ausmachen könnte.

Laut Reuters habe in Großbritannien, Premier Foods, Eigner der Brotmarke „Hovis“, schon in den nächsten Wochen eine Erhöhung der Brotpreise angekündigt. Auch deutsche Bäcker litten unter massiv gestiegenem Kostendruck, teilt der Verband Deutscher Großbäckereien in Düsseldorf laut Dow Jones News mit. Nach Berechnungen des Verbandes seien die Herstellungs- und Vertriebskosten für Backwaren in Deutschland um 9 Prozent gestiegen. Neben gestiegenen Heizöl- und Strompreisen, sind es vor allem deutlich empor geschnellte Getreidepreise (+ 24 %), die als Kostentreiber ausgemacht werden.

Pasta-Hersteller in Krise

Die italienischen Pasta-Hersteller sehen sich laut ihrer Vereinigung „Unipi“ mittlerweile laut Reuters sogar schon in einer wirtschaftlichen Krise. Die Preise für Hartweizen seien um 30 bis 40 Prozent gestiegen und die Durum-Rechnungen machten mehr als 50 Prozent der Produktionskosten der Teigwaren aus. Barilla, der Welt größte Pasta-Hersteller, hat seine Preise schon hinaufgesetzt und plant eine weitere Erhöhung im Herbst.


Artikel vom 26.07.2007
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