Der ABZ – Tipp der Woche

Bonus-Aktionen nutzen


Die urzeitlichen Instinkte wie Jagen und Sammeln sind immer noch aktuell. Sie überkommen uns Schnäppchen-Jäger auch heutzutage noch mitten im Großstadt-Dschungel.

Ich zum Beispiel bin ein passionierter Sammler von Treuepunkten und Rabattmärkchen in allen Arten von Geschäften. Es kann ja nun wirklich nicht schaden, solche Gutscheine brav aufzuheben, um etwa nach dem zehnten Einkauf mit einem Geschenk belohnt zu werden.

Die Idee an sich ist ja auch nicht die schlechteste. Schließlich ist es doch eine wunderbar simple und effektive Methode, Kunden an sich zu binden. Auch in einer Bäckerei machte ich vor kurzem bei einer solchen Sammelaktion mit. Bei jedem Einkauf wurde dem Kunden ein kleiner Gutschein mit gegeben. Ein legaler Köder, um wieder zu kommen – sozusagen. Zehn dieser sogenannten Bonus-Sammelpunkte erbrachten dann in dieser Bäckerei eine Belohnung in Form eines kostenlosen Brotes.

Nach ausdauerndem Punktesammeln war es dann endlich soweit. Ich brachte die zehn kleinen Trophäen stolz ins Geschäft zurück, gab sie der Verkäuferin und fing an, die Theke nach meinem ganz persönlichen Geschenk zu inspizieren.

Als ich zielsicher auf eines meiner Lieblingsbrote zeigte, musste mir die Dame hinter der Theke allerdings eine Absage erteilen: „Das geht leider nicht. Das hier ist ein Kilolaib. Die Sammelmarken berechtigen aber nur für ein 500 Gramm – Brot!“ Das war zwar im ersten Moment wenig beglückend für mich als Kunde – aber noch kein Weltuntergang. Denn auch bei den kleineren Broten hatte ich gewisse Vorlieben als treuer Kunde entwickelt. Mein zweiter Geschenkwunsch wechselte deshalb ganz spontan auf ein Kürbiskernbrot. Aber mit traurigem Gesicht schüttelte auch dazu die Verkäuferin den Kopf: „Tut mir leid, aber diese Spezialbrote sind von der Aktion ausgenommen!“ Als ich bereits etwas frustriert fragte, was dann überhaupt als Sammel-Belohnung in Frage kommt, zeigte die Dame auf ein recht armselig kleines Brotexemplar mit den Worten: „Von dem, was wir heute haben, kommt heute eigentlich nur dieses Brot in Frage!“

Und was ist nun die Moral dieser Geschichte? Vor allem müssen solche Aktionen richtig geplant werden. Wenn sie sich wie bei meinem Erlebnis am Schluss nur rechnen, indem man den Kunden mit unzähligen Einschränkungen und mit Kleingedrucktem enttäuscht, dann erweist man sich selbst einen echten Bärendienst. Denn die Bindung eines Kunden an dieses Geschäft wird eher geschwächt als verstärkt. Das beste Motto wäre wie so oft: „Entweder richtig machen oder gar nicht!“

Weitere Informationen:

Internet: www.us-beratung.de

E-Mail: ulrich.stoekle@t-online.de


Artikel vom 05.10.2006
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