Fokus

Bio bietet Profilierungspotenzial

Studie im Auftrag von Wolf Butterback zeigt: Großes Verbraucherinteresse an Bio-Backwaren


Stuttgart (p). 40 Prozent der Kunden in Handwerksbäckereien sind interessiert an Bio-Backwaren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Verbraucherstudie des Lehrstuhls Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen im Auftrag der Wolf Butterback KG.

„Der Bio-Boom hat die Handwerksbäckereien erst im Ansatz erfasst und bietet den Unternehmen deutliches Geschäfts- und Profilierungspotenzial“, so Prof. Achim Spiller bei der Vorstellung der Studienergebnisse auf der südback.

Bio-Backwaren machen heute mit einem Umsatzvolumen von 350 Millionen Euro nur einen kleinen Teil des insgesamt 5,3 Milliarden Euro umfassenden Marktes für Bio-Lebensmittel in Deutschland aus. Mit einem Anteil von knapp 70 Prozent wird dieser Markt dominiert von Bio-Brot, dagegen sind Bio-Kuchen und Bio-Plunder noch eher selten. Mit einem Marktanteil von 50 Prozent ist die Bäckerei zwar der wichtigste Absatzkanal für Bio-Backwaren, jedoch holen die Supermärkte und Discounter deutlich auf. Derzeit sind erst 1200 der rund 16.000 Handwerksbäcker in Deutschland Bio-zertifiziert.

Erstmalig wurden vom Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen exklusiv im Auftrag der Wolf Butterback KG die unterschiedlichen Verbrauchergruppen im Bereich der Bio-Backwaren untersucht, wobei 311 Bäckereikunden in 12 verschiedenen Bäckereien Deutschlands befragt wurden. Danach lassen sich vier Verbrauchergruppen unterscheiden: Die Bioüberzeugten, der erweiterte Kern der Bio-Käufer, die sporadischen Seltenkäufer und die Ablehner. „Insgesamt ergibt sich ein Anteil von 40 Prozent aller Bäckereikunden, die an Bio-Backwaren interessiert sind und auch diese in ihrer Bäckerei kaufen würden“, so Dr. Anke Zühlsdorf, Leiterin der Studie.

Die in der Studie ermittelten Verbraucherpräferenzen für „Frische“ und „Handwerkstradition“ bei Bio-Backwaren unterstreichen die Bedeutung des Bäckereihandwerks als Absatzkanal für Bio-Backwaren. „Diesen vom Verbraucher zugewiesenen Kompetenzvorteil muss der Bio-engagierte Handwerksbäcker jedoch durch kluge Sortimentsauswahl und eine aktive Verkaufskommunikation in echten Mehrumsatz und deutliche Wettbewerbsdifferenzierung verwandeln“, so Professor Spiller als Handlungsempfehlung aus den Studienergebnissen. Freilich sei es kein leichter Markt. Es sei ein langer Atem und Überzeugungsarbeit nötig. Aber es bestehe die realistische Chance (je nach Standort), neue Kunden zu gewinnen und in Sachen Wertschöpfung zuzulegen. „Wir stellen uns jedenfalls auf eine langfristig nachhaltige Entwicklung ein“, so Philipp Stradtmann, Vertriebs- und Marketingleiter bei Wolf Butterback.


Artikel vom 21.11.2008
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