Trends & Märkte
Bio-Produkte sind zumeist einwandfrei
Bio-Erzeuger erhalten im Untersuchungsprogramm gute Noten
Stuttgart (ke). Die Rückstandsgehalte in Lebensmitteln aus ökologischem Landbau unterscheiden sich von konventionell erzeugten Lebensmitteln signifikant. Sie enthalten im Durchschnitt deutlich weniger Rückstände als konventionelle Ware. Das geht aus dem aktuellen Ökomonitoring des Landes Baden-Württemberg hervor.
Baden-Württemberg führt seit 2001 ein spezielles Untersuchungsprogramm für Lebensmittel aus ökologischem Landbau durch. Ziel des Monitorings ist es, das Verbrauchervertrauen in die Qualität ökologisch erzeugter Lebensmittel zu stärken. Im vergangenen Jahr umfassten die Untersuchungen u.a. den Nachweis von gentechnisch veränderten Bestandteilen, von Bestrahlung, der Verunreinigung mit Mykotoxinen, der Belastung mit Umweltkontaminanten sowie von Rückständen von Pestiziden in Obst und Gemüse, pharmakologisch wirksame Substanzen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs sowie die Haltbarkeit von ökologisch und konventionell hergestellten Brühwürsten.
Im Rahmen dieses Programms wurden insgesamt 690 Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung untersucht. Sie stammten hauptsächlich aus Deutschland (48 Prozent), aus Italien (16 Prozent) beziehungsweise anderen Ländern (36 Prozent). Die Beanstandungsquote für deutsche Ware lag deutlich unter dem Durchschnitt, deutlich überdurchschnittlich wurden ausländische Produkte beanstandet. Insgesamt aber stellt der Bericht den Bio-Erzeugern im Land ebenso wie den meisten Importeuren von Öko-Lebensmitteln gute Noten aus. Bio-Lebensmittel sind weitgehend rückstandsfrei.
Insgesamt ist allerdings die Quote der Beanstandungen im Vergleich zu den Vorjahren angestiegen. Sie lag im Jahr 2005 bei frischen Öko-Erzeugnissen bei 8,4 Prozent, gegenüber nur 3,6 Prozent im Jahr 2004 und 4,5 Prozent im Jahr 2003. Eine der Ursachen für diesen Anstieg wegen irreführender Öko-Kennzeichnung dürfte bei der zielgerichteten, das heißt risikoorientierten Untersuchung bestimmter Lebensmittel, wie beispielsweise Öko-Pilzen liegen, bei denen sich erhöhte Beanstandungsquoten ergaben. Nicht ausgeschlossen ist, dass bei einer deutlich gestiegenen Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln bei einem knappen Angebot Verfälschungen besonders lukrativ sind. Im letzten Jahr haben sich die Vermarktungsstrukturen für Öko-Ware noch einmal deutlich verändert, Bio-Erzeugnisse werden verstärkt auch bei großen Discountern angeboten. Bislang zeigen die Untersuchungsergebnisse keine Unterschiede zwischen Bio vom Discounter und Bio von anderen Anbietern. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.
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