Trends & Märkte
Bio-Markt bietet Potenzial
Pro-Kopf-Verbrauch von Bio-Produkten noch gering
Nienburg (age). Der Bio-Markt bietet nach Einschätzung von Dr. Burkhard Kape von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) trotz der Zuwächse in den vergangenen Jahren auch in Zukunft noch erhebliches Wachstumspotenzial.
Darauf hat der BLE-Experte bei einem Treffen des Fachausschusses „Agrar- und Ernährungswirtschaft“ im Verband für Nachhaltiges Umweltmanagement (VNU) in Nienburg hingewiesen. Ein Indiz dafür sieht Dr. Kape im nach wie vor unterdurchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von Bio-Produkten in Deutschland: Während im Jahr 2005 jeder Einwohner in der Schweiz 102 Euro und in Dänemark 74 Euro für ökologisch erzeugte Lebensmittel ausgegeben habe, habe dieser Wert in Deutschland lediglich bei 47 Euro gelegen. Vor allem die Gruppe der „Selten- und Gelegenheitskäufer“ werde künftig verstärkt nach Bio-Ware greifen. Verschiedene Studien belegten, dass für diese Käufergruppe neben Gesundheits- und Sicherheitsaspekten der Genuss zu einem immer wichtigeren Kaufmotiv werde.
Als eine künftige Kernzielgruppe betrachte der Lebensmitteleinzelhandel in diesem Zusammenhang Konsumenten, für deren Lebensstil Gesundheit und Nachhaltigkeit prägend seien. Für diese sogenannten „LOHAS“ (Lifestyle of Health und Sustainability) hänge die Kaufentscheidung von den Kriterien Gesundheit, Fitness, Genuss sowie Wellness, aber auch Verantwortung ab.
Dazu zählten artgerechte Tierhaltung, vertrauensschaffende Regionalität, faire Behandlung der Erzeuger sowie Gentechnikfreiheit und Klimarelevanz.
Ausdrücklich hob Dr. Kape die Bedeutung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) als wesentlichen Baustein zur nachhaltigen Förderung des Bio-Lebensmittelsektors hervor.
Der BLE-Vertreter machte insbesondere auf die zielgruppenbezogenen Maßnahmen des Bundesprogramms aufmerksam. Beispielsweise gebe es für Landwirte eine Vielzahl differenzierter Informations- und Weiterbildungsangebote. Umstellungsberatungen würden mit bis zu 60 Prozent der Kosten gefördert. Durch den Aufbau eines Netzwerks von Demonstrationsbetrieben sei eine Möglichkeit geschaffen worden, dass interessierte Landwirte Informationen aus erster Hand erhielten.
Für Fachschulen und Ausbildungsbetriebe seien im Rahmen des Bundesprogramms einheitliche Informationsmaterialien erarbeitet worden. Weitere Maßnahmen des Bundesprogramms seien zugeschnitten auf Verarbeiter, Großverbraucher, den Handel und Verbraucher.
Einen besonderen Schwerpunkt bilde die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie von Vorhaben zum Technologie- und Wissenstransfer. Nach Angaben von Dr. Kape läuft das Bundesprogramm noch bis 2010. In den Jahren 2002 und 2003 sei das Programm mit jeweils 35 Mio. Euro, bis 2006 dann mit jeweils 20 Mio. Euro ausgestattet worden.
In diesem Jahr stünden 16 Mio. Euro, in den Folgejahren voraussichtlich jeweils 10 Mio. Euro zur Verfügung. Für die Umsetzung des Bundesprogramms sei in der BLE eine Geschäftsstelle eingerichtet worden.
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