Tagungen & Messen
Bio-Branche setzt auf Gesundheit und Genuss
Für Bio-Bäcker werden auf der Biofach in Nürnberg vom 15. bis 18. Februar 2007 ein umfangreiches Sortiment und Vermarktungsideen geboten
Nürnberg (p). Ein Hauch von „Dolce Vita“, angereichert mit den Wohlgerüchen der mediterranen Küche, durchweht die Hallen der BioFach 2007 und macht ordentlich Appetit: auf das Weltangebot an Bio-Produkten, „serviert“ von rund 2100 Ausstellern. Zwei Drittel von ihnen reisen aus dem Ausland an, wenn sich vom 15. bis 18. Februar 2007 die internationale Bio-Branche wieder im Messezentrum Nürnberg trifft. Als Land des Jahres zieht diesmal Italien alle Blicke auf sich und überzeugt die erwarteten gut 37.000 Fachbesucher durch Qualität und Vielfalt italienischer Bio-Delikatessen.
Interessant für Bio-Bäcker
Vor diesem Hintergrund ist sicher auch für Bäcker und Konditoren ein Besuch der BioFach in Nürnberg interessant, denn als Anbieter von Premiumbackwaren müssen und sollten sie sich mit den Fakten rund um die Ernährung auseinander setzen. Für Bio-Bäcker, die auf der Suche nach einer Ergänzung ihres Angebots sind, bietet die Messe mit ihrem umfassenden Sortiment im Bio-Bereich eine sehr gute Auswahl. Auch werden hier genügend Anregungen für neue Produkte oder Vermarktungsideen im Bio-Bereich geboten.
Seit drei Jahren steigt der Umsatz der gesamten Bio-Branche im zweistelligen Bereich. Bio-Produkte im Wert von 3,9 Mrd. Euro ließen sich die Deutschen 2005 schmecken (Prof. Ulrich Hamm, Uni Kassel). Für 2007 wird erneut mit einem Zuwachs vom mehr als 10 Prozent gerechnet. Vor allem die Neugründungen von 40 bis 60 Bio-Supermärkten pro Jahr und die Aktivitäten der Discounter tragen deutlich zum Marktwachstum bei. Zudem steigt das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher angesichts ständig neuer Lebensmittelskandale oder genmanipulierter Lebensmittel. Allein in Berlin gibt es mit über 30 Bio-Supermärkten mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. 2005 öffneten hier 9 neue Märkte mit über 200 m² Verkaufsfläche.
Veränderte Marktanteile
Allerdings führt zunehmender Wettbewerb zu deutlichen Veränderungen bei den Marktanteilen. Wer nicht investiert, sein Angebot aktualisiert und erweitert, leidet auch in der boomenden Bio-Branche unter wirtschaftlichen Einbußen. Durch eine bessere Verfügbarkeit von Bio-Produkten in Bio-Supermärkten, im LEH und bei Discountern geraten bäuerliche Direktvermarkter, aber auch kleinere Naturkostläden unter Druck.
Während der LEH 2005 seinen Marktanteil auf 41 Prozent (+4 %) ausbaute, sank die Erzeuger-Direktvermarktung auf 14 Prozent (-2 %). Rückgänge auf 6Prozent (-2 %) machten auch der Reformbranche zu schaffen. Trotz steigender Umsatzzahlen ging der Anteil des Naturkostfachhandels auf 25Prozent (-1 %) leicht zurück. Ebenfalls 1 Prozent Verlust auf 6 Prozent mussten Bio-Metzger und -Bäcker verkraften.
Gewinner waren neben dem LEH auch Drogeriemärkte, Lieferdienste und Verarbeitungsunternehmen, die auf 8 Prozent (+1 %) zulegten (Prof. Hamm). Nicht gesondert ausgewiesen sind hier Discounter, die besonders profitiert haben dürften.
Umsatz könnte sich verdoppeln
Der Umsatzanteil von Bio-Lebensmitteln am gesamten Lebensmittelhandel wird sich von heute 3 Prozent bis 2010 verdoppeln, so das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG und des EHI Retail Institute, Köln.
Nach Schätzungen des Presseforums „BioBranche“ sichert der Bio-Markt das Einkommen von rund 160.000 Arbeitskräften in Deutschland, die in Erzeugung, Herstellung, Handel und Dienstleistung tätig sind. 22.032 zertifizierte Erzeuger, Hersteller und Verarbeiter von Bio-Lebensmitteln registrierte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Ende 2005. Hinzu kommen die von der Statistik nicht erfassten Non-Food-Hersteller u. a. von Naturkosmetik, ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln, Naturtextilien sowie Zulieferer, Dienstleister, Verbände usw. Die großen Zuwächse im Bio-Lebensmittelbereich fügen sich nahtlos in die Diskussion um Nachhaltigkeit, Klimawandel und Gentechnik ein.
Sie erfasst auch den Non-Food-Sektor. Demnächst gibt es auch Jeans in Öko-Qualität. Eine Neubewertung der Konsumgewohnheiten kommt Unternehmen zugute, die frühzeitig ihre Produktion umweltfreundlich ausrichten.
Im Nachbarland Dänemark ist die Bio-Branche nach fünf Jahren der Stagnation wieder auf dem Wachstumspfad. Laut „Danmarks Statistik“ stieg der Bio-Umsatz 2005 um 12 Prozent. Bei den großen Einzelhandelsketten, die zusammen etwa 80 Prozent der dänischen Bio-Umsätze erzielen, war das Wachstum moderat. Spitzenreiter im LEH bleibt weiterhin die zu Coop gehörende Kette Irma. Hier stieg der Bio-Umsatzanteil von 11 auf 13 Prozent.
Die schwedische Regierung möchte den Anteil der zertifizierten Bio-Landwirtschaft auf 20 Prozent im Jahr 2010 erhöhen. Bereits Ende 2005 waren 19Prozent Ökolandbau erreicht, aber nur 7Prozent der Landbauflächen bei Kontrollstellen registriert. Daher fördert die Regierung die Zertifizierung. Ein Viertel aller Kantinen in öffentlichen Einrichtungen soll bis 2010 Bio-Gerichte anbieten.
Informationen:
www.biofach.de
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