Trends & Märkte

Bio-Absatz steigt um 10 %

Die „zweite Bio-Generation“ ist besonders kauffreudig


Baden-Baden (rgb). Der Umsatz von Bio-Lebensmitteln ist 2004 um 10 Prozent gewachsen. Wie das Institut für Sozial-Ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt dazu ermittelte, sind zwei Gruppen für den Anstieg verantwortlich. Zum einen junge Eltern, die für das Baby „nur das Beste“ einkaufen und zum anderen Jugendliche, die durch ihr Elternhaus angeregt werden, sich bewusst für gesunde Ernährung zu entscheiden. Die zweite Bio-Generation, wie sie im Fachjargon genannt wird, ist besonders kauffreudig, und wie Soziologe Immanuel Stieß vom ISOE dazu feststellt: „Bio hat heute bei vielen Jugendlichen Trendcharakter.“ Weiterhin haben aber nur 50 Prozent Interesse an Ernährungsfragen. Geiz ist bei vielen wichtiger als Qualität, während die andere Hälfte Qualität wünscht, und ihr die Ernährung etwas wert ist.

13 Prozent sind ausschließliche „Billig- und Fleischesser“, die nach dem Motto einkaufen „Hauptsache billig“. Ihnen stehen genau die gleiche Menge Konsumenten, nämlich 13 Prozent, gegenüber, die als „ernährungsbewusste Anspruchsvolle“ auf Frische, Qualität und Regionalität achten. Die Deutschen gaben 2004 noch 12 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus – 1970 waren es noch 25Prozent.

Die meisten Deutschen geben mehr Geld aus für ihr Auto als für Ernährung. Zusammen mit den Spaniern sind die Deutschen Geiz-Europameister.

Die Deutschen und die Spanier geben weit weniger Geld aus für ihre Ernährung als der Rest Europas und auch weniger als die US-Bürger.

Eine Minderheit – aber eine wachsende Minderheit der Deutschen – achtet bei der Nahrungsaufnahme auf den Zusammenhang von Essen und eigene Gesundheit sowie von Essen, Boden, Wasser, Tieren, Bauern und Lebensmittelverarbeitung und Arbeitsplätzen.


Artikel vom 16.06.2005
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