Der ABZ – Tipp der Woche

Billigangebote kalkulieren


Hand aufs Herz: Die Werbung vieler Unternehmen beschränkt sich oft nur auf das Thema „Billig“. Große Plakate weisen darauf hin, dass der oder jener Artikel günstiger zu haben ist. In der Bäckerei etwa: „Bauernbrot xy: Nur noch 0,99 Cents! Greifen Sie zu!“ Natürlich sind solche Lockvögel legitim. Und da in der Tat viele Schnäppchenjäger unterwegs sind, bringen solche Angebote auch oft Kunden ins Geschäft. Aber bei solcher Preiswerbung sollten einige Dinge beachtet werden.

Sonderangebote sollten verlässlich sein. Vielleicht gilt das Angebot für eine Woche. Von Montag bis Samstag. Aber dann bitte nicht das nächste Mal nur noch für zwei Tage und das dritte Mal nur für Stunden. Man fühlt sich hereingelegt, wenn ein Artikel in Riesenlettern sensationell billig angeboten wird und man übersieht leider im Kleingedruckten: Gültig nur am 1. April, nur in unserer Filiale xy und nur vormittags.

Der Werbeartikel sollte auch tatsächlich erhältlich sein. Mit Riesenplakaten zu locken, aber viel zu wenig disponieren und bereits um 10 Uhr vormittags ausverkauft zu sein – das ist wenig professionell.

Man sollte Preisnachlässe im vorab dringend kalkulieren. Wie viel Mehrumsatz des Artikels muss getätigt werden, um den Preisnachlass wieder auszugleichen. Wie viel wird überhaupt an dem Werbeartikel verdient. Natürlich darf höchstens um so viel reduziert werden. Ansonsten drohen bei jedem verkauften Stück rote Zahlen.

Gegen ein geschickt platziertes Sonderangebot ist nichts einzuwenden. Aber wer nur Billigartikel anbietet, sollte sich im Klaren darüber sein, dass es auch andere, wahrscheinlich intelligentere Werbemöglichkeiten gibt. Auch ein ganz neu kreiertes Produkt, eine Aktion zum Muttertag, ein Verlosungswettbewerb, eine Qualitätsverbesserung – all das sind auch Formen von Werbung, die Kunden anziehen kann. Es muss nicht immer nur alles billiger sein.

Weitere Informationen:

ulrich.stoekle@t-online.de


Artikel vom 22.06.2005
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