Aktuell
Berufsbildungsreform
ZDH-Präsident kritisiert Reformpläne der Berufsbildung
Berlin (p). Ein „Innovationskreis“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitet unter Beteiligung von Wirtschaft und Gewerkschaften Vorschläge zur Reform der Berufsbildung vor. In einem von der BDA eingebrachten Diskussionspapier wird dazu eine Verkürzung der Ausbildungsdauer auf zwei Jahre sowie die Modularisierung der Berufsausbildung in Ausbildungsbausteine vorgeschlagen. Dazu erklärt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler:
„Mit reduzierten Ansprüchen an die berufliche Bildung lassen sich die aktuellen Probleme auf dem Lehrstellenmarkt nicht beseitigen, das ist der falsche Weg. Das Handwerk wehrt sich dagegen, vor den Problemen bei Erziehung und Schulbildung zu kapitulieren, indem das Niveau der beruflichen Bildung in der Breite abgesenkt wird. Das Handwerk fordert vielmehr von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft eine nationale Bildungsanstrengung, um die Qualifikation der Schulabgänger zu verbessern. Entsprechende Vorschläge liegen vor.
Das Handwerk in Deutschland lebt von der hohen umfassenden Qualifikation seiner Mitarbeiter in den jeweiligen Berufsbildern. Diese ist auch ein wichtiges, oft das einzige Argument gegen Dumpingpreise von Dienstleistungen und Produkten aus Niedriglohnländern. Der Erhalt dieser hohen Qualifikation ist Voraussetzung dafür, dass das Handwerk auch in Zukunft auf den europäischen und globalen Märkten im Wettbewerb bestehen kann.
Die berufliche Bildung darf nicht darunter leiden, dass offensichtlich in vielen Familien und im Schulsystem etwas schief läuft. Es darf nicht so weit kommen, dass die Konzepte der beruflichen Bildung sich an der Leistungsfähigkeit von Schulabgängern mit fehlender Ausbildungsreife und Ausbildungswilligkeit orientieren.
Das Handwerk schlägt dagegen vor, den unterschiedlichen Leistungsvoraussetzungen von Schulabgängern gerecht zu werden, ohne auf hohe Ausbildungsstandards zu verzichten. Dafür bietet sich ein Modell der gestuften Berufsausbildung mit direkten Anschlussmöglichkeiten in die Aufstiegsfortbildung an. Darüber hinaus sollten betroffene Jugendliche über gezielte Förderung zur Ausbildungs- bzw. Beschäftigungsreife gebracht werden. Das Handwerk hat der Bundesregierung dazu sein Konzept „Ausbildungsallianzen 5000PLUS“ vorgeschlagen.“
Die Ausbildungssituation bei den Backbetrieben entwickelt sich positiv und die Zahl der Ausbildungsplätze ist um mehr als 2.500 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Ausbildungsleistung des Handwerks ist somit mehr als gut.
Weitere Nachrichten aus Fokus vom 30.11.2006:
Einheitliche Regelungen
Zweifelhafte Belobigung
Kleinere Betriebe als Jobmotoren
Positives Exportklima
Weg mit Geiz ist Geil
Emotionslosigkeit trifft Begeisterung
Der Umsatz muss zur Investition passen
Azubis engagieren sich branchenübergreifend
Weihnachtliche Gefühle
Subway geht ins Krankenhaus

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"