Marketing & Verkauf

Berliner Innung favorisiert Brot und Spiele


Berlin (schl). In Berlin ist ein neues Backprodukt auf dem Markt: das Engelbrot. Entstanden ist es auf Initiative des gleichnamigen Theaters. Die Idee, damit Werbung für beide Zünfte zu machen, stammt von Intendant HP Trauschke. Gemäß dem Motto: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, ein bisschen Kunst darf auch noch sein! Seit Jahresbeginn besteht deshalb eine Kooperation zwischen dem ehemaligen Hansa-Theater in Alt-Moabit, das seit 2007 unter der neuen Bezeichnung firmiert, und der Berliner Bäckerinnung. Die Experten der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Berlin-Brandenburg haben die Anregung aufgegriffen und eine neue Sorte entwickelt, die aus Weizen, Roggen, Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkernen besteht. Das Rezept steht allen Innungsmitgliedern zur Nachnutzung zur Verfügung. Einige Betriebe wie die Traditionsbäckereien Rösler und Johann Mayer sowie der Bäcker Walf reagierten umgehend und bieten die Brotinnovation bereits an. Auch die Familienbäckerei Rauch, seit fast 60 Jahren in Stadtbezirk Lichtenberg ansässig, verkauft seit zwei Wochen mit großem Erfolg das Engelbrot. „Die Zutaten hatten wir ohnehin parat und auch die backtechnische Umsetzung war kein Problem,“ bestätigten Jürgen Rauch und Sohn Matthias, beide Bäckermeister aus Passion.

Das Besondere ist: die Kunden bekommen für den Preis (zwischen 2,30 und 2,80 Euro) ein leckeres Brot mit Banderole als Gutschein im Wert von 2 Euro, der beim Kauf eines Tickets für das Engelbrot-Theater eingelöst werden kann. Wer fünf Brote verzehrt und die Banderolen sammelt, kommt umsonst in den Kunsttempel, der in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag feiert. Die Aktion Engelbrot startete offiziell am 20. April 2008 mit einer unterhaltsamen Matineeveranstaltung, für die jeder Innungsbetrieb sechs Karten zum ermäßigten Preis für Imbiss, Getränke und dem anschließendem Theaterbesuch erwerben konnte. Diese Zusammenarbeit ist bisher einmalig in der Spreemetropole. „Wir sehen es so: Brot und Spiele bilden eine Harmonie zwischen Körper und Geist“, kommentierte Innungsgeschäftsführer Nikolaus Junker die werbewirksame Kooperation. In puncto Qualität und Kreativität seien sich Handwerksbäcker und Theaterleute ohnehin sehr ähnlich.

Fazit: Ein pfiffige Idee, mit der sich die teilnehmenden Betriebe hervorragend profilieren können.


Artikel vom 22.04.2008
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