ABZ-Tipp der Woche

Bedarfsgerecht anbieten


Hand aufs Herz: „Lieber Kunde, das tut mir leid! Unsere frischen Brezeln sind gerade ausgegangen! Bitte gedulden Sie sich!“ Mit der richtigen Menge der tagesfrischen Backwaren ist das so eine Sache: Manchmal ist man schon viel zu früh ausverkauft, ein andermal bleibt man auf zu vielen Retouren sitzen. Das ist zum Haare raufen. Und es wird noch paradoxer: Es passiert oft, dass man trotz hoher Retouren eine Menge Umsatz verschenkt hat. Wie ist das zu verstehen? Nun, es geht darum, dass man zu jeder Tageszeit das Richtige anbieten muss, um nicht auf dem Falschen sitzen zu bleiben. Vor allem sollte man nicht einfach alle Artikel über einen Kamm scheren und morgen insgesamt mehr oder weniger bestellen. Vielmehr ist wichtig, dass zu jeder Tageszeit die richtigen Artikel vorrätig sind. Wonach sucht der Kunde wann? Was braucht er um 6 Uhr 30 kurz nach der Ladenöffnung? Jetzt in akkurater Sorgfalt die Kuchentheke zu schmücken, wäre wohl eher unwichtig. Für einen großen Vorrat frischer Brötchen und Brezeln zu sorgen – das wäre sicher besser. Und was ist zur Mittagszeit angesagt? Jetzt geht es um Pizzas, Snacks und belegte Brötchen. Und braucht der Kunde abends kurz vor 19 Uhr noch ein Stück Torte? Eher nicht, das Geschäft für Kaffee und Kuchen hatte Hochkonjunktur am Nachmittag – aber nun ist es gelaufen. Viel wichtiger wären jetzt für einen Spätheimkehrer noch ein paar frisch gebackene Brezeln oder Baguettebrötchen. Sehr aufschlussreich ist, den Warenbestand zu verschiedenen Tageszeiten zu überprüfen. Inspizieren Sie Ihre Theke und schauen sich an, was Sie gerade zu bieten haben und was nicht. Sie werden sehen, dass manchmal genau das Falsche vorrätig ist. So gesehen ist das richtige Anbieten von Backwaren nicht einfach. Es ist nun mal so, dass bestimmte Backwaren oft nur zu ganz bestimmten Tageszeiten verlangt werden. Nicht früher – und später auch nicht mehr. Was zum ganz bestimmten Zeitpunkt nicht mehr oder noch nicht da ist, lässt entsprechenden Umsatz entgehen. Was darüber hinaus übrig ist, bleibt oft wie Blei in der Theke liegen und war unnütz.

Weitere Informationen:

Tel. (07143) 961411

ulrich.stoekle@t-online.de


Artikel vom 01.12.2005
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