INTERVIEW der woche
Bäckersnacks und Kaffee weiter im Trend
ABZ: Wie sind die Stimmung und die Resonanz im Zusammenhang mit der kommenden Internorga?
Claudia Johannsen: Die Stimmung in den an der Internorga beteiligten Branchen ist gut. Viele Unternehmen blicken optimistisch in das noch junge Jahr. Das liegt auch daran, dass in manchen Bereichen wie etwa der Gemeinschaftsverpflegung eine deutliche Steigerung der Investitionsbereitschaft zu erkennen ist. Mit der Resonanz seitens der Aussteller sind wir sehr zufrieden. Die Internorga ist auch in diesem Jahr wieder komplett ausgebucht.
ABZ: Gibt es Überlegungen, der Backbranche auf der Internorga noch mehr Raum zuzugestehen?
Johannsen: Wir haben den Bäckerei- und Konditoreibereich ja im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut und ihm die mit rund 13.000 Quadratmetern größte Halle der neuen Messe Hamburg als Heimat gegeben. Es ist eine der Stärken der Internorga, dass sie alle Bereiche für den Außer-Haus-Markt abdeckt und die einzelnen Themenschwerpunkte annähernd gleich gewichtet. An diesem erfolgreichen Konzept werden wir auch in Zukunft festhalten.
ABZ: Denkbar wäre ja auch die Installation eines Forums, in dem speziell für Bäcker und Konditoren praxisnahe Vorführungen geboten werden.
Johannsen: Schon jetzt haben wir mit der Gläsernen Konditoren-Backstube und der Demonstrationsschau der Konditoren auf der Internorga Plattformen für das Konditorenhandwerk. Außerdem führen viele Unternehmen den Fachbesuchern ihre Produkte am Stand vor und dieser direkte Dialog zwischen Ausstellern und Fachbesuchern macht ja gerade eine gute Fachmesse aus. Denkbar ist darüber hinaus natürlich vieles, da haben Sie Recht.
ABZ: Auf der Internorga ergänzen sich die Angebote für die Bäckerei, Konditorei und die Gastronomie. Warum ist die Bäckergastronomie so im Kommen?
Johannsen: Bäckereien mit Snackangeboten profitieren meiner Ansicht nach von mehreren Aspekten. Die Außer-Haus-Verpflegung befindet sich seit Jahren im Aufschwung, der Trend zur kleineren Mahlzeit unterwegs ist ungebrochen. Backwaren sind in der einen oder anderen Form Bestandteil vieler Snacks und die Bäckerei ist der nahe liegende Verkaufsort für dieses gastronomische Angebot. Außerdem spielen Backwaren naturgemäß eine zentrale Rolle in unserer Ernährung und genießen bei den Verbrauchern hohes Vertrauen. Dieses Vertrauen bringen die Verbraucher auch den Anbietern entgegen, vereinfacht ausgedrückt: Wo ich ein Brötchen pur kaufe, kaufe ich auch ein belegtes Brötchen. Hinzu kommt der Kaffee-Boom. Kaffee-Spezialitäten zählen nach wie vor zu den am stärksten wachsenden Segmenten im Außer-Haus-Markt und Kaffee und Backwaren passen einfach gut zusammen.
ABZ: Welche weiteren Trends sollte das Bäckerhandwerk bedienen?
Johannsen: Einer der Mega-Trends ist natürlich weiterhin die gesundheitsbewusste Ernährung. Entsprechend stehen Bio-Backwaren hoch im Kurs. Auch die Spezialisierung auf regionale Zutaten und Produkte kann ein profitabler Weg sein. Grundsätzlich geht es darum, auf die Globalisierung und das Zusammenwachsen der Märkte angemessen und schnell zu reagieren. Der Branchenkongress Global Bake gibt Tipps und Anregungen, stellt Trends und Erfolgskonzepte über die Landesgrenzen hinaus vor.
ABZ: Beim ersten Kongress vor einem Jahr war die Resonanz noch etwas verhalten. Woran lag´s und gibt es Signale dafür, dass sich „Global Bake“ etablieren könnte?
Johannsen: Wie heißt es so schön: Gut Ding will Weile haben. Es ist ganz normal, dass sich eine Veranstaltung wie der Hamburg Global Bake erst mit der Zeit etabliert. Auch das Internationale Foodservice Forum hat mal klein angefangen und ist jetzt der größte europäische Kongress für professionelle Gastronomie. Wir bieten beim Hamburg Global Bake in diesem Jahr wieder ein interessantes Programm mit hochkarätigen Referenten an und ich bin überzeugt davon, dass der Kongress eine immer wichtigere Rolle als Ideen- und Konzeptbörse für das Backgewerbe spielen wird. (wo)
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