Aktuell

Außer-Haus-Verzehr weiter im Aufwind

Zunahme vor allem bei der Arbeitsplatzversorgung und bei den Schnellrestaurants


Bonn (age). Außer-Haus-Verzehr befindet sich weiter im Aufwind. Das geht aus aktuellen Studien der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) und der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) hervor. Danach ist die Anzahl der Verbraucher, die häufiger außer Haus essen, im letzten Jahr erneut leicht gestiegen. Positive Zuwachsraten hätten in erster Linie die Arbeitsplatzversorgung und die Schnellrestaurants verzeichnet; auch die deutsche Gastronomie habe zulegen können, heißt es in einer Presseverlautbarung der CMA aus der vergangenen Woche. Immerhin seien 2005 insgesamt 6,8 Milliarden Verzehrsfälle mit einem Ausgabevolumen von 42 Mrd. Euro registriert worden. Im Mittelpunkt des Ernährungstrends im Außer-Haus-Markt stehen laut CMA nicht bestimmte Lebensmittel, sondern der Ort der Nahrungsaufnahme - von der klassischen Bedienungsgastronomie über Schnellrestaurants und Imbissbuden bis hin zu Betriebsverpflegung und Bringdienst. Meist seien es Berufstätige, die die Angebote nutzten. Den größten Anteil am Außer-Haus-Verzehr wiesen die 20- bis unter 25-Jährigen auf, den geringsten Anteil die Verbrauchergruppe der über 60-Jährigen.

Männer hätten einen höheren Außer-Haus-Konsum als Frauen, auch wenn diese berufstätig seien. Das Verzehrverhalten variiere erheblich je nach Ernährungsmentalität und Art der Mahlzeit. Der CMA zufolge haben beispielsweise Verbraucher, die entweder preisbewusst sind, gerne Fleisch essen, anspruchsvoll oder fitnessorientiert sind, einen überdurchschnittlich hohen Außer-Haus-Konsum. Berufliche Verpflichtungen machten den Faktor Zeit dabei immer rarer. Außer-Haus-Angebote – besonders die „Quick-Service-Restaurants“ – böten gute Voraussetzungen, diesem Anspruch gerecht zu werden. Meist würden diese Mahlzeiten in Gesellschaft von Freunden, Bekannten oder Kollegen eingenommen. Zudem förderten abnehmende Kochkenntnisse den Wunsch zum Essengehen. Oft reichten die Kochfähigkeiten nicht mehr aus, um ein Essen mit mehreren Komponenten wie Fleisch, Beilage und Gemüse zuzubereiten. Ein besonderes Potenzial liege in der Erlebnisgastronomie, die den Wunsch nach Abwechslung und neuen Geschmacksrichtungen bediene. Hemmnisse für die Entwicklung des Außer-Haus-Verzehrs sieht die CMA in der hohen Preis- und Konjunktursensibilität. Auch der zunehmende Gesundheitsdiskurs sowie die Tendenz zur „Re-Traditionalisierung“ der Kochgewohnheiten seien dem Außer-Haus-Markt nicht zuträglich. Insgesamt geht die CMA allerdings davon aus, dass Essen außer Haus auch in Zukunft ein Wachstumsmarkt bleiben und das Angebot sich noch facettenreicher und spezialisierter präsentieren werde.


Artikel vom 25.08.2006
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