Der ABZ – Tipp der Woche

Ausgewogenen Wettbewerb forcieren


Die beiden wichtigsten Säulen einer Bäckerei, das sind wohl zum Einen der Verkauf und zum Anderen die Produktion. Es ist nichts Neues, dass zwischen diesen beiden Abteilungen in vielen Unternehmen ein stetiger Konkurrenzkampf herrscht.

Vor allem dann, wenn Probleme auftreten, wenn das Geschäft nicht zufrieden stellend verläuft, dann kommt das allseits beliebte Schaulaufen in Schwung. Nun überbieten sich die Abteilungen gegenseitig, sich selbst möglichst gut darzustellen und die Schuld den jeweils anderen elegant in die Schuhe zu schieben. Bei der Krisenbesprechung muss sich dann der Chef – umgeben von lauter Gesichtern, die kein Wässerchen trüben können – völlig gegensätzliche Begründungen anhören.

Der Verkauf lamentiert theatralisch wie folgt: „Für den schlechten Umsatz sind wir natürlich in keinster Weise verantwortlich. Schuld daran ist einzig und allein die Produktion! Die liefert zur Zeit viel zu miserable Ware, um erfolgreich verkaufen zu können. Zudem gibt es viel zu viele Fehlmengen, die Lieferungen kommen zu früh oder zu spät und überhaupt sind die Brezeln zur Zeit viel zu alt! Wenn wir im Verkauf nicht trotzdem alles gegeben hätten, wäre das Monatsergebnis noch viel, viel schlechter ausgefallen…“ Und so weiter und so fort!

Die Leute aus der Backstube bleiben natürlich keine Antwort schuldig. Sie weisen all diese Vorwürfe weit von sich fern. Ihre Analyse lautet kurzgefasst und knochentrocken: „Wenn der Verkauf zu blöd ist, unsere vorzüglichen, besten Backwaren an den Mann und an die Frau zu bringen, dann sind wir machtlos! Dann sind uns die Hände gebunden!“

Und nun? Welches Fazit soll der Chef jetzt nach diesen beliebten Schwarzer-Peter-Spielchen ziehen? Soll er für eine baldige Verbesserung der Lage auswürfeln, wer dazu die entsprechenden Maßnahmen einleiten soll?

Je größer ein Unternehmen wird und ist, desto wichtiger ist es für den Leiter zunächst einmal, diese beiden Abteilungen gleichrangig zu behandeln. Gegen eine Art sportlicher Rivalität untereinander ist ja noch gar nichts einzuwenden. Aber sobald eine dieser Sparten zu übermütig und damit übermächtig wird, muss der Vorstand ausgleichen und korrigieren. Und die wohl wichtigste Aufgabe ist gerade für den Inhaber, sich zwischen diesen konkurrierenden Abteilungen immer ausgewogen zu verhalten.

Wer als produktionsverliebter Bäckermeister den Verkauf nur als Stiefkind behandelt oder umgekehrt, für den wird es schwer sein, ein gesundes Gleichgewicht in seinem Unternehmen zu behalten.

Weitere Informationen:

Internet: www.us-beratung.de

E-Mail: ulrich.stoekle@t-online.de


Artikel vom 26.07.2007
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Fokus vom 26.07.2007:

Der Entwicklung anpassen
Bürger zahlen die Zeche
Bürokratischer Grundansatz
Nische Bio wird konstant weiterwachsen
Essen genießen – in Deutschland
Mehr Getreide zu Bioethanol verarbeitet
„Regional = 1. Wahl“
Tiefstand im Biolandbau
Bio-Qualität gefragt
Wachsen im Zwei-Wochen-Takt

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Fokus


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Dinkel-Hirse-Brot
Rezept der Woche Ballaststoffreiches Brot mit langer Frischhaltung mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!