kolumne

Auf positive Vorbildfunktion setzen


Hand aufs Herz: Der heutige Tipp ist Chefsache. Manchmal ist es zum Mäusemelken. Es wäre schön, wenn in der Firma immer alles glatt läuft. Aber das Gegenteil ist der Fall. Nichts funktioniert, alles geht schief. Zum Beispiel im Verkauf: Man legt großen Wert auf freundliche Bedienung der Kunden. Höflich, kompetent, schnell und akkurat soll der Service des Personals sein. Die Verkäuferinnen sollen Namensschilder tragen. Sie sollen dafür sorgen, dass ihre Berufskleidung sauber und vollständig ist. Der Laden soll sauber und ordentlich dastehen und er soll morgens pünktlich geöffnet werden. So soll es sein, und so hat es, der liebe Chef und Vorgesetzte, beschlossen und protokolliert. Über Aushänge und Rundschreiben hat er es publik gemacht und angeordnet. Und doch klappt hier gar nichts! Woran kann das liegen? Nicht etwa am Chef selbst? Nicht etwa daran, dass er als Vorgesetzter alles andere ist als ein leuchtendes Vorbild? Wer von seinen Mitarbeitern verlangt, freundlich zur Kundschaft zu sein, der muss das vor allem auch selbst sein. Er muss es vormachen! Ein Chef, der stocksauer sein Geschäft betritt, niemanden grüßt und muffelig die Tür zum Nebenraum zuknallt, der kann die Wände tapezieren mit Vorschriften und Befehlen. Das wird nichts nutzen! Ein Chef, der selbst nicht freundlich und höflich ist, der nicht Kompetenz ausstrahlt und der nicht pünktlich ist – wie soll der seiner Mannschaft solche Pflichten verordnen!? Und für denjenigen, der sein Personal im Verkaufsraum zum Tragen von Berufskleidung und Namensschildern verpflichtet, für den wäre es nur zu konsequent, wenn er das auch selbst tut und damit vorlebt. Diese positive oder leider auch negative Ausstrahlung, die jeder Vorgesetzte abgibt, wird oft unterschätzt. Es muss klar sein, dass man ständig im Rampenlicht steht, beobachtet und kopiert wird. Am Besten hält man sich deshalb an den biblischen Ratschlag, wonach niemand Wasser predigen und gleichzeitig selbst Wein schlürfen sollte.



Artikel vom 23.09.2005
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