der abz – Tipp der woche

Auf Kundenorientierung setzen


Hand aufs Herz: Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Innovationen durchsetzen möchten, wer hat dann das Sagen? Die Angebots- oder die Nachfrageseite? Die Produktionsmöglichkeiten oder der Kunde? Leider geht es dabei oft nur um die Frage, was produktionstechnisch geht und was nicht: „Wir haben auf dieser neu gekauften Maschine noch Kapazitäten frei. Also produzieren wir darauf noch ein weiteres Lückenbüßer-Brötchen und bringen es ins Sortiment!“ Oder: „Wir haben nicht mehr genügend Backformen im Lager. Also kann das neu geplante Brot nur freigeschoben hergestellt werden und es wird eben kein Kastenbrot daraus!“ Nicht nur die Frage, wie etwas hergestellt werden kann, sollte dominieren, sondern viel öfter auch was überhaupt dem Kunden als Neuigkeit geboten werden kann. Anstatt sich in den Maschinenpark zu verlieben, sollte man eher am Puls der Zeit bleiben, wenn es darum geht, neue Trends am Markt zu erkennen und nicht zu verpassen. In der Bäckereibranche ist das zum Glück denkbar einfach. Man betreibt schließlich keinen Großhandel, der weit entfernt ist von den eigentlichen Endverbrauchern. Vielmehr stehen Bäckereien im direkten Kontakt mit der Kundschaft! Man braucht keine teuren Marktanalysen erstellen lassen. Viel einfacher: Man hat die Kunden täglich im Haus! Was liegt also näher, sich regelmäßig beim Verkaufspersonal oder sogar direkt bei den Kunden danach umzuhören, was gerade „angesagt“ ist. Sich als Chef zwei Stunden lang in den Laden zu stellen, den Verkaufsgesprächen zuzuhören und genau mit zu bekommen, was gefragt ist und was nicht - das ist oft aufschlussreicher, als in der Produktion die Installation einer neuen Maschine zu beobachten oder teure Marktforscher zu engagieren. Wenn jeder zweite Kunde fragt, warum es bei Ihnen nachmittags keine belegten Brötchen mehr gibt, liegt die „Innovation“, die jetzt ansteht, auf der Hand.

Weitere Informationen:

E-Mail: ulrich.stoekle@t-online.de


Artikel vom 06.07.2005
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