Appetitliche Aussichten
Der Snack-Markt ist in Bewegung, das Geschäft wird schwieriger. Bäcker haben ihr Potenzial aber noch längst nicht ausgereizt.
Vierzig Prozent mehr Umsatz, auf einen Schlag. Was sich handwerkliche Bäcker nicht einmal träumen ließen, hat ein Backdiscounter jetzt hinbekommen. Nicht mit Brot oder Brötchen, sondern mit Kaffee. Die „Back-Factory“ hat in zehn Läden testweise ein „Coffeebar-Konzept“ realisiert. Effekt: Zweitausend Gäste gönnen sich im Schnitt täglich eine Tasse, „nur“ 1350 verirren sich an den Tresen mit Billig-Gebäck. Back-Factory-Geschäftsführer Peter Gabler ist sich sicher, dass Gastronomie eine immer größere Rolle spielen wird.
Das sagt auch Gretel Weiß. Nach Einschätzung der Chefredakteurin des Fachmagazins „foodservice“ sind Bäcker sogar die „großen Gewinner“ in dem Geschäft. Vorausgesetzt, sie spielen Stärken richtig aus. Das heißt, das Konzept muss stimmen und den Trends auf dem Markt Rechnung tragen. Wie stark der in Bewegung ist, zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens „The Business Target Group“. Ein Ergebnis: Es gibt Entwicklungen, die an Bäckern vorbeigehen. Und: Im Markt stecken Potenziale, die bis jetzt kaum genutzt werden. Dazu zählt etwa die steigende Nachfrage nach regionalen Produkten „Regionaliät“ sei anders als in der klassischen Gastronomie „bei Snack-Anbietern noch nicht verankert“, heißt es. Was Bäcker den Wettbewerbern im Snackgeschäft voraushaben: Sie profitieren von Stammkunden. Die Industrie lebt von Laufkundschaft. So oder so, fest steht: Der Markt ist in Bewegung – zum Vorteil der Bäcker.
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