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Anker Brot wieder voll da

Ausgleichsquote vor Fälligkeit vollständig beglichen


Wien (ke). Erst am 17. September 2005 hätte die Ankerbrot AG ihre letzten Gläubiger auszahlen müssen. Da die Sanierung der Großbäckerei aber gut verlaufe und das Geld bereits verfügbar sei, wurde mit den Gläubigerschutzverbänden KSV und Alpenländischer Kreditorenverband vereinbart, die vierte und letzte Ausgleichsquote bereits vor dem ursprünglichen Fälligkeitstermin zu bezahlen. Schon im Geschäftsjahr 2004 hatte das Unternehmen erstmals seit 1995 wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Ankerbrot wurde im Jahr 1891 als „Wiener Brot- und Gebäckfabrik“ gegründet. Das Unternehmen wuchs von anfangs 20 Mitarbeitern schnell heran und beschäftigt zuletzt ca. 2000 Mitarbeiter. Der Wiener Backwarenkonzern war 1996 ins Trudeln geraten, nachdem er nach mehreren Zukäufen auch noch die angeschlagene Konsumbäckerei Ährenstolz übernahm. An der Sanierung versuchte sich u.a. der bayrische Mehrheitseigner Müller-Brot, der das defizitäre Unternehmen 1997 gekauft und dann an eine Münchner Investorengruppe weitergereicht hatte.

Im Jahr 2002 wurden rund 40 Mio. Euro Verlust gemacht, 2003 ging Ankerbrot endgültig bankrott. Mitte 2003 stieg Klaus Ostendorf in die Großbäckerei ein und brachte sie wieder auf Kurs.

Am 1. März 2004 war das im Juni 2003 eröffnete Ausgleichsverfahren nach der Zustimmung durch die Gläubiger aufgehoben worden. Das Sanierungskonzept sah die Zahlung von vier Ausgleichsraten an die Gläubiger der damals nicht mehr zahlungsfähigen AG vor. Insgesamt sollten 40 Prozent der Forderungen aller 320 Gläubiger in einer Gesamthöhe von rund 10 Mio. Euro gezahlt werden. Ankerbrot gab jetzt in einer Presseerklärung bekannt, dass die letzte Rate fast zwei Monate vor dem Fälligkeitstermin beglichen wird. Damit hat Anker nach Aussagen von Finanzvorstand Bernhard Chwatal seine volle wirtschaftliche Handlungsfähigkeit zurück erlangt. Dies sei auch den Investoren zu verdanken, die in einer schwierigen Situation bereit waren, ein unternehmerisches Risiko einzugehen, erklärte Chwatal weiter in seiner Stellungnahme.


Artikel vom 17.08.2005
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