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Angst vor der Katze im Sack

Studie zeigt: Kein großes Vertrauen der Verbraucher in Verpackungsangaben bei Lebensmitteln


Taunusstein (p). Gammelfleisch, Formschinken, Analogkäse: Die jüngsten Lebensmittelskandale und die Diskussion um Zusatzstoffe oder gentechnisch veränderte Lebensmittel haben die deutschen Verbraucher nachhaltig verunsichert. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen, bevölkerungsrepräsentativen Studie „SGS Institut Fresenius Verbraucherstudie 2010: Lebensmittelqualität &Verbrauchervertrauen“, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach.

Die Verunsicherung der deutschen Verbraucher beim Lebensmittelkauf drückt sich laut Studie vor allem in folgenden Aspekten aus:

Jeder zweite versteht die Angaben auf Verpackungen nicht

75 Prozent können nicht erkennen, ob ein Produkt gesund ist

71 Prozent können nicht einschätzen, ob ein Produkt für Kinder

geeignet ist

Nur einer von zehn vertraut Industrie und Politik in

Lebensmittelfragen

Bio ist out, regionale Lebensmittel sind in

Frauen sind beim Lebensmitteleinkauf kritischer als Männer

Ostdeutsche kaufen anders ein als Westdeutsche

Die größte Sorge der deutschen Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln lautet: Es ist am Ende nicht das in der Packung, was draufsteht. Also dass zum Beispiel in der Erdbeermarmelade gar keine Erdbeeren mehr sind. Vor solchen Mogelpackungen haben 55 Prozent der Befragten Angst. Ebenso groß ist die Sorge vor Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten. Diese grundsätzliche Verunsicherung drückt sich auch darin aus, dass über die Hälfte der Befragten glaubt, dass Lebensmittel gar nicht so gesund sind, wie die Hersteller behaupten. Jeweils 48 Prozent der Verbraucher befürchten, dass auf der Verpackung wichtige Angaben zu den Inhalten nur versteckt oder gar nicht angegeben sind. Und dass verwendete Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker oder Farbstoffe, gesundheitsschädlich sind.

Verwirrende Angaben

Jeder zweite Deutsche versteht die Angaben auf Lebensmittelverpackungen nicht. Ein Hauptgrund für die deutliche Verunsicherung der deutschen Verbraucher liegt in der Schwierigkeit, Verpackungsangaben vollständig zu begreifen: 49 Prozent der Befragten finden die Angaben auf den Lebensmitteln weniger oder gar nicht verständlich. Überdurchschnittliche Verständnisprobleme haben insbesondere ältere Menschen (45–59-Jahre: 52 Prozent und 60+ Jahre: 58 Prozent).

Fazit: Für das Bäckerhandwerk sind das eigentlich gute Nachrichten. Denn hier hat man beste Möglichkeiten, sich mit Transparenz zu profilieren und an der Theke Rede und Antwort zu stehen.


Artikel vom 28.07.2010
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